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Supermarktkette Carrefour streicht 2400 Stellen in Frankreich

Kahlschlag: Der neue Carrefour-Chef Alexandre Bompard verordnet dem Detailhandelsriesen eine Rosskur. 2400 Stellen sollen gestrichen werden.

Keystone/AP/MICHEL EULER

(sda-ats)

Der erst seit gut einem halben Jahr amtierende neue Chef des französischen Handelsriesen Carrefour, Alexandre Bompard, verordnet dem Konzern einen radikalen Umbau. Bis 2020 will der Manager jährlich 2 Milliarden Euro sparen.

Das kündigte Carrefour am Dienstag bei der Präsentation der neuen Strategie an. Dafür will der Konzern seine Belegschaft am Firmensitz in Boulognne-Billancourt reduzieren, insgesamt sollen in Frankreich 2400 Stellen wegfallen - auf freiwilliger Basis.

Gleichzeitig plant der Konzern einen Strategieschwenk, dabei geht es etwa den grossflächigen Hypermärkten und zahlreichen Dia-Filialen an den Kragen.

Regierung alarmiert

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte bei einem EU-Treffen in Brüssel, der Staat werde bei dem Plan "sehr wachsam" sein. An der Pariser Börse stiessen die neuen Pläne unter Anlegern auf Wohlwollen.

Mit dem Umbau reagiert Bompard auf die veränderten Einkaufsgewohnheiten vieler Kunden, die Carrefour in den vergangenen Jahren in der eigenen Bilanz unsanft zu spüren bekommen hatte. Man kämpfe derzeit mit einer tiefgehenden und weltweiten Umwälzung, teilte der Konzern nun mit.

Seit 2007 sind die Gewinne bei Carrefour um rund zwei Drittel gesunken. Konkurrenz durch Online-Anbieter und spezialisierte Händler machen dem Konzern das Leben schwer, ebenso wie ein Preiskrieg mit den anderen französischen Supermarkt-Rivalen. Carrefours Anteile auf dem heimischen Markt gingen Marktforschern zufolge zurück.

Grossinvestition in Online-Handel

Konzernlenker Bompard will nun durch eine Erneuerung des Produktangebotes allein in Frankreich bis 2022 eine Million neue Kunden hinzugewinnen. Der Umsatz mit Bio-Produkten soll sich auf 5 Milliarden Euro mehr als verdreifachen. Dafür will der Handelsriese in den kommenden fünf Jahren knapp 3 Milliarden Euro in sein Online-Geschäft investieren.

Die grossflächigen Hypermärkte, die zumeist vor den Toren der Stadt liegen, sollen im Gegenzug verkleinert werden. Gleichzeitig sollen in den kommenden fünf Jahren 2000 Märkte mit einem gestrafften Produktangebot in grösseren Städten eröffnen. Auch die Zahl der einst von der spanischen Dia-Kette übernommenen Filialen will Carrefour reduzieren.

Carrefour beschäftigt insgesamt 115'000 Menschen in Frankreich und ist damit einer der grössten privaten Arbeitgeber.

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