Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der japanische Autozulieferer Takata ist bei der Bewältigung des Airbag-Skandals einen Schritt weiter: Ein US-Gericht segnete einen Vergleich mit dem US-Justizministerium ab.

KEYSTONE/EPA/JEFF KOWALSKY

(sda-ats)

Der Autozulieferer Takata hat mit einem Schuldgeständnis im Airbag-Skandal eine wichtige Hürde genommen. Damit kann sich das japanische Unternehmen jetzt stärker auf die Suche nach Investoren konzentrieren, um an dringend benötigtes Geld zu kommen.

Ein US-Gericht akzeptierte am Montag die im Januar erzielte Einigung mit den US-Behörden. Takata-Finanzchef Yoichiro Nomura erschien dabei persönlich vor dem Gericht: "Ich möchte mich im Namen von Takata in aller Form entschuldigen", sagte er.

Takata muss eine Milliarde Dollar Strafe zahlen und sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers stellen. Bei den Anwälten von Opfern stiess die Einigung auf Kritik. Sie bemängeln vor allem, dass darin auch die Autobauer als Geschädigte bezeichnet werden.

Honda, Nissan, BMW, Ford und Mazda werden beschuldigt, von den fehlerhaften Takata-Airbags jahrelang gewusst und sie dennoch benutzt zu haben. Eine entsprechende Klage wurde bereits eingereicht. Den US-Behörden zufolge hatten Takata-Manager jahrelang gefälschte Testberichte an Auto-Hersteller geschickt.

16 Todesfälle

Weltweit stehen mindestens 16 Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung. Mehr als 100 Millionen Airbags wurden zurückgerufen, davon allein in den USA 70 Millionen. Betroffen sind dort etwa 42 Millionen Fahrzeuge. Es ist der grösste Rückruf in der Geschichte der Autoindustrie. Noch sind Millionen Airbags nicht ausgetauscht.

Richter George Steeh erklärte, er habe eine höhere Strafe in Erwägung gezogen. Da dies aber den noch notwendigen Austausch vieler Airbags verzögern könnte, habe er davon abgesehen. Zudem bestünde die Gefahr eines Bankrotts von Takata.

Der Autozulieferer braucht für den Ersatz der defekten Luftkissen dringend Geld. Die Rückrufe könnten Takata mehrere Milliarden Dollar kosten. Wegen des Skandals erwartet das Unternehmen in dem im März endenden Geschäftsjahr 2016/17 bereits den dritten Verlust in Folge. Das Unternehmen ist deshalb auf der Suche nach Investoren.

Mit der nun erzielten Einigung sind die juristischen Auseinandersetzungen von Takata in Zusammenhang mit dem Skandal aber noch nicht beendet. So gibt es noch verschiedene Zivilklagen. Zudem wurden drei langjährige Takata-Manager wegen der Fälschung von Tests verklagt.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS