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Die Welle der Gewalt vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan reisst nicht ab. Eine Woche vor der Abstimmung griffen radikalislamische Taliban am Samstag die Zentrale der Wahlkommission in der Hauptstadt Kabul an.

Die Aufständische feuerten von einem Nachbarhaus auf das Gebäude der Wahlkommission. Sie setzen auch Granatwerfer ein. Nach Angaben der Polizei wurden alle fünf Angreifer von Sicherheitskräften getötet. Sämtliche Mitarbeiter der Wahlkommission seien in Schutzräumen in Sicherheit, sagte ein Sprecher der Behörde.

Nach Polizeiangaben wurden bei dem insgesamt fünfstündigen Gefecht auch zwei Polizeibeamte verletzt. Über den Ablauf gab es widersprüchliche Angaben. Erste Angaben der Polizei, wonach ein Selbstmordattentäter zunächst vor dem Eingangstor des schwer bewachten Geländes eine Autobombe zündete, wurden später vom Innenministerium dementiert. Ein Ministeriumssprecher sprach - anders als die Polizei - von "vier bis fünf" Angreifern.

Kabuls Polizeichef Mohammad Sahir sagte während des Angriffs: "Sie haben sich in einem vierstöckigen Gebäude nahe dem Gelände der Wahlbehörde verschanzt und feuern von dort Granaten ab."

Es war bereits die zweite Attacke auf Büros der Wahlbehörde in nur einer Woche. Bei der ersten waren am Dienstag neun Menschen getötet worden. Die Taliban bekannten sich auch zu dem neuen Angriff. Die radikalen Islamisten hatten angekündigt, die Wahl zu sabotieren.

Nachfolger Karsais gesucht

Die Afghanen wählen am 5. April den Nachfolger von Präsident Hamid Karsai, der gemäss Verfassung nicht ein drittes Mal antreten darf. Er regiert Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. In der neuesten Umfrage vom Wochenende lag der frühere Finanzminister und einstige Weltbank-Ökonom Aschraf Ghani in der Gunst der Wähler mit 27,1 Prozent vorn, gefolgt von den beiden Ex-Aussenministern Abdullah Abdullah (24,6) und Salmai Rassul (8,0).

Die Wahl ist die letzte, bevor der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan Ende des Jahres ausläuft. Ob es zu der geplanten Folgemission zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte kommt, ist weiterhin ungewiss.

SDA-ATS