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Gut eine Woche vor den Parlamentswahlen ist der kambodschanische Oppositionspolitiker Sam Rainsy nach Jahren des Exils in seine Heimat zurückgekehrt. Der 64-Jährige wurde von Zehntausenden Anhängern am Freitag am Flughafen von Phnom Penh begeistert begrüsst.

"Es ist ein wahrgewordener Traum", sagte Rainsy nach seiner Rückkehr. "Ich werde diesen Tag für den Rest meines Lebens nicht vergessen", rief er seinen Anhängern später im Friedenspark in Phnom Penh zu.

Nach Angaben von Rainsys Oppositionspartei der Nationalen Rettung (CNRP) versammelten sich rund 50'000 Menschen bei der Kundgebung. In kambodschanischen Medien war zum Teil von bis zu 100'000 Teilnehmern die Rede. Es sei die grösste Oppositionskundgebung seit dem Fall der Roten Khmer, sagte ein Augenzeuge. Dem maoistischen Regime der Roten Khmer waren zwischen 1975 und 1979 bis zu zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen.

Sam Rainsy lebte seit 2009 im selbst auferlegten Exil in Frankreich, um eine langjährige Haftstrafe in Kambodscha zu vermeiden. Ihm wurden mehrere Vergehen wie unter anderem Verleumdung vorgeworfen. Kürzlich begnadigte der König ihn auf Bitten von Ministerpräsident Hun Sen.

Rainsy darf nicht zur Wahl antreten

Sam Rainsy, der auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, darf nicht zur Wahl antreten. Seine Rückkehr könnte aber die Oppositionspartei CNRP stärken. Sie war im vergangenen Jahr aus einem Zusammenschluss der Sam Rainsy-Partei und der Menschenrechtspartei entstanden - und findet zunehmend Anhänger in den Städten, vor allem in der Hauptstadt Phnom Penh.

Am 28. Juli wird in Kambodscha gewählt. Haushoher Favorit ist die Partei des Ex-Roten-Khmer Hun Sen, der seit 1985 Regierungschef ist. Mit seiner Volkspartei kann Hun Sen heute der Stimmen der Landbevölkerung sicher sein. Sie schätzt ihn für die Entwicklung der Infrastruktur, etwa den Bau von Strassen und Brücken, und dafür, den Frieden im Land zu bewahren.

Rainsy gilt als Vertreter der intellektuellen Elite. Er wurde 1949 in Kambodscha geboren, aber in Frankreich ausgebildet. Während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer war er nicht in seiner Heimat.

Als Rainsy in den frühen 1990er nach Kambodscha zurückkehrte, stürzte er sich in die Politik. 1997 überlebte er einen Anschlag während einer Parteikundgebung. 16 seiner Anhänger starben. Rainsy macht Hun Sen für den Anschlag verantwortlich, doch niemand wurde je zur Rechenschaft gezogen.

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SDA-ATS