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Demonstrierende in Lima mit Plakaten, auf den Fujimori als Mörder und Dieb bezeichnet wird, der keine Begnadigung verdiene

KEYSTONE/AP/MARTIN MEJIA

(sda-ats)

Mit der Begnadigung seines inhaftierten Vorgängers Alberto Fujimori hat Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski sein Land gespalten. Mehr als 5000 Menschen gingen am ersten Weihnachtsfeiertag in der Hauptstadt Lima auf die Strasse.

Sie protestierten gegen die vorzeitige Haftentlassung des 79-jährigen Ex-Präsidenten. Sie warfen Kuczynski Wortbruch vor und forderten seinen Rücktritt. Hunderte Anhänger Fujimoris feierten unterdessen seine baldige Freilassung.

Kuczynski hatte an Heiligabend Fujimoris vorzeitige Haftentlassung bekanntgegeben. Als Grund nannte er den schlechten Gesundheitszustand des 79-Jährigen.

Eine medizinische Untersuchung habe ergeben, dass Fujimori an einer fortgeschrittenen und unheilbaren Krankheit leide, erklärte Kuczynskis Büro. Die Haftbedingungen seien für ihn lebensgefährlich. Deshalb würden er und sieben weitere Betroffene aus "humanitären Gründen" vorzeitig aus der Haft entlassen. Zuvor war Fujimori wegen Herzrhythmusstörungen ins Spital gebracht worden.

25 Jahre Haft

Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. Seit 2005 verbüsst er eine 25-jährige Haftstrafe wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Kampf gegen die Links-Guerilla Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) hatte er Todesschwadronen eingesetzt, zur Geburtenkontrolle liess er zahllose Frauen zwangssterilisieren.

Inmitten eines Korruptionsskandals setzt er sich im Jahr 2000 nach Japan ab und erklärte von einem Hotel in Tokio aus per Fax seinen Rücktritt. 2005 reiste er nach Chile, um von dort sein politisches Comeback vorzubereiten. Er wurde stattdessen festgenommen, nach Peru ausgeliefert und schliesslich 2009 zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Die Peruaner sind in der Beurteilung ihres ehemaligen Staatschefs gespalten. Jüngsten Umfragen zufolge befürworteten 65 Prozent seine Begnadigung. Angehörige der Opfer von Fujimoris brutaler Zerschlagung der Guerilla-Gruppen und Menschenrechtsaktivisten dagegen verurteilten Kuczynskis Entscheidung - zumal dieser noch während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 eine Begnadigung ausgeschlossen hatte.

Politisches Manöver?

Es gibt Vermutungen, die auf ein politisches Manöver hindeuten: Schon in den vergangenen Tagen hatte es in Peru Spekulationen gegeben, dass Fujimori an Weihnachten begnadigt werden könnte, nachdem ein Amtsenthebungsverfahren gegen Kuczynski wegen Korruptionsverdachts am Donnerstag mit Hilfe von Fujimoris Sohn Kenji gescheitert war.

Eingeleitet wurde das Verfahren von Fujimoris Tochter Keiko, die die Präsidentenwahl 2016 nur knapp gegen den ehemaligen Wall-Street-Banker Kuczynski verloren hatte und nun die grösste Oppositionspartei anführt.

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SDA-ATS