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Thailand lässt Verhandlungen mit Kambodscha platzen

Der blutige Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha nimmt immer schärfere Züge an. Thailand liess ein geplantes Gespräch über eine Waffenruhe am Mittwoch platzen. Die Regierungen beider Länder wichen von ihren gegenseitigen Beschuldigungen nicht ab.

Die Kämpfe in der Nähe der Tempelanlage Ta Moan and Ta Krabei (auf thailändisch: Ta Muen and Ta Kwai) gingen weiter. Bis Mittwoch waren acht kambodschanische und fünf thailändische Soldaten sowie ein Bauer aus Thailand ums Leben gekommen. Mehr als 60 Menschen wurden verletzt. Aus dem Grenzgebiet flüchteten mehr als 50'000 Menschen.

Kambodschas Regierungschef Hun Sen schlug direkte Gespräche mit Thailands Premier Abhisit Vejjajiva am Rande des Gipfeltreffens der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) am 7. Mai in Jakarta vor.

Zugleich warf er dem Nachbarland mangelnden Willen zum Friedensschluss vor. Die Regierung des derzeitigen thailändischen Ministerpräsidenten liebe den Krieg, wie er es bei keiner der Vorgängerregierungen gesehen habe, sagte Hun Sen.

Der Grenzkonflikt werde nicht in einen Krieg ausarten, beteuerte Thailands Vize-Regierungschef Suthep Thaugsuban: "Thailand und seine Bürger wollen Frieden und freundliche Beziehungen zu den Nachbarn", sagte er. "Wir sind keine Kriegstreiber."

Seine Regierung sagte aber Gespräche über eine Waffenruhe ab - weil die kambodschanische Presse geschrieben hatte, Thailand wolle die Gespräche nur, weil es militärisch auf der Verliererstrasse sei, sagte Armeesprecher Sansern Keowkamnerd.

Konflikt seit Jahrzehnten

Phnom Penh reagierte am Mittwoch empört auf Vergeltungsmassnahmen "auf thailändischem Gebiet", wie es die Regierung in Bangkok am Tag zuvor angekündigt hatte. Dasselbe Gebiet beansprucht Kambodscha auch als eigenes Territorium.

Das "kommt einer Kriegserklärung gleich", sagte der Sprecher des Aussenministers, Koy Kuong. Thailand drohe mit militärischen Massnahmen wegen eines Gebiets, das der Internationale Gerichtshof 1962 Kambodscha zugesprochen habe.

Damit bezog sich der Sprecher auf die Entscheidung von 1962, den Tempel Preah Vihear (thailändisch: Phra Viharn) Kambodscha zuzusprechen. Dabei blieb die Hoheit über einen Teil des umliegenden Geländes aber strittig und sollte in Verhandlungen beider Seiten geklärt werden.

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