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Thomas Hettche erhält Wilhelm-Raabe-Literaturpreis überreicht

Der deutsche Autor Thomas Hettche ist mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung für seinen Roman "Pfaueninsel" nahm er am Sonntag in Braunschweig entgegen. Die Laudatio hielt der Literaturkritiker Richard Kämmerlings.

Im Roman geht es um eine Frau, unter ihrer Kleinwüchsigkeit leidet. Marie, die ein historisches Vorbild hat, verliebt sich in den Gärtnersohn Gustav und muss erfahren, wie ihre Andersartigkeit zur Deformation wird. Der Geschichte liegt die historische Figur der Maria Dorothea Strakon zugrunde. Das Schlossfräulein lebte im 19. Jahrhundert auf der Pfaueninsel vor den Toren Berlins.

"'Pfaueninsel' hat einen überzeitlichen Glanz und ist doch ein souverän verfasstes literarisches Werk ganz von heute", begründete die Jury ihre Wahl. Hettche gelinge es, "die Kultur- und Sittengeschichte des preussischen Arkadien zu erzählen und uns zugleich ganz nah an eine Figur heranzuführen".

An deren Geschick lasse sich der Wandel einer ganzen Epoche ablesen. Hettche erzähle distanziert klug und gleichzeitig menschlich einfühlsam.

Der Preis wird von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk gestiftet und ist mit 30'000 Euro dotiert. Er gehört zu den renommiertesten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum und ist nach dem in Braunschweig gestorbenen Schriftsteller Wilhelm Raabe (1831-1910) benannt.

Zu den bisherigen Preisträgern gehört auch der Schweizer Autor Christian Kracht ("Imperium", 2012). Im vergangenen Jahr wurde die Schriftstellerin Marion Poschmann für "Die Sonnenposition" geehrt. Hettche stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und lebt zeitweise in der Schweiz.

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