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An dem am Donnerstag beginnenden 81. US Masters in Augusta ist die Frage nach dem Sieger so aktuell wie die Erinnerungen an die Geschehnisse vor 20 Jahren, als der junge Tiger Woods alle deklassierte.

Im April 1997 trat Woods erstmals als Profi im Augusta National Golf Club an. Was er zeigte, war die bis heute unglaublichste Leistung im Golfsport. Er distanzierte das gesamte Feld um zwölf und mehr Schläge - Rekord. Er bewältigte die vier Runden mit 18 Schlägen unter Par - Rekord. Und er liess sich mit seinen 21 Jahren zum jüngsten US-Masters-Champion aller Zeiten ausrufen. Die drei Rekorde halten noch heute.

Zum 20-Jahre-Jubiläum des denkwürdigen Turniers hätten sich die meisten gewünscht, Woods könnte in alter Frische um seinen fünften Sieg am US Masters mitspielen. Und er könnte vielleicht mit anderen Rekorden aufwarten. Aber am Jubiläum in dieser Woche fehlt der Jubilar. Woods wird sich vielleicht im Klubhaus oder am 18. Green zeigen. Als ehemaliger Sieger könnte er am ersten Majorturnier des Jahres sogar mittun. Aber mit seinem Spiel ist er derzeit nicht annähernd konkurrenzfähig. Eine Blamage wäre weitaus wahrscheinlicher als ein Platz unter den ersten zehn.

Der Körper rächt sich

Es wird immer deutlicher, dass der unvergleichliche Superstar die Zeche für sein ebenso erfolgreiches wie ungesundes Spiel zahlt, für das Spiel, das mit den ungeheuer schnellkräftigen Bewegungsabläufen auf die Gelenke schlug. Und auf den Rücken. Die zwei Rückenoperationen, denen er sich im Herbst 2015 unterziehen musste, könnten den Ausnahmesportler endgültig die Rückkehr zum Golf auf höchstem Niveau gekostet haben. In der kurzen Zeit, in der er letzten Winter spielen konnte, bevor er sich erneut wehtat, liess der 14-facher Majorturniersieger nichts von seiner einstmals einzigartigen Spielstärke aufscheinen.

Ob Woods jemals wieder als Favorit in eines der vier grossen Turniere wird steigen können, ist sehr fraglich. Aber auch ohne ihn haben die Majors ihren Reiz. Dustin Johnson, Rory McIlroy, Jordan Spieth, Jason Day und Henrik Stenson sind fünf Golfer mit ähnlicher Spielstärke, die das Geschehen in den letzten zwei Jahren geprägt haben. McIlroy und Day schlugen sich in den letzten Monaten mit kleineren Verletzungen herum, aber beide können in dieser Woche in guter Verfassung antreten. Alle fünf Genannten haben mindestens ein Major gewonnen und wissen, wie es gehen müsste. Und alle mit Ausnahme des letztjährigen British-Open-Siegers Stenson waren in den letzten zwei Jahren die Nummer 1 der Welt. Aus dem Quintett müsste in dieser Woche der Sieger und damit der Träger des legendären Grünen Jacketts hervorgehen. Wenn alles normal läuft.

Allerdings ist der Golfsport so schwer auszurechnen, dass nach der Ära von Seriensieger Woods kaum noch etwas normal gelaufen ist. Plötzlich wird der Sieger am Sonntag Phil Mickelson heissen. Der beste linkshändig spielende Golfer wird im Juni 47 Jahre alt und ist scheinbar weit von seiner besten Form entfernt. Aber das war schon vor vier Jahren so, bevor Mickelson aus dem Nichts das British Open gewann und den fünften grossen Titel in sein Palmares brachte. In der Weltrangliste nimmt Mickelson nur noch die 18. Position ein. Aber auch das will nichts heissen.

Dustin Johnson mit besten Chancen

Vorjahressieger Danny Willett ist nicht unter den Favoriten eingereiht. Der Engländer, der im Juli 2015 das Omega European Masters in Crans-Montana gewonnen hatte, hat seit einem Jahr keinen Sieg mehr errungen.

Anders sieht es beim souveränen Weltranglisten-Ersten Dustin Johnson aus, dem Lebenspartner von Wayne Gretzkys Tochter Paulina Gretzky. Johnson ist ein ausgesprochener Longhitter, verfügt jedoch auch über ausserordentlich gute Fähigkeiten im kurzen Spiel. Er ist einer der komplettesten Spieler der Geschichte. Er konnte sein Talent viele Jahre lang nicht richtig ummünzen. Aber der Triumph am US Open im letzten Juni hat ihn von jeder Last befreit. Weitere Majortitel sind ihm jederzeit zuzutrauen. Allein in dem noch jungen Golfjahr 2017 siegte er auf dem amerikanischen Circuit dreimal, zuletzt vor zwei Wochen gegen die versammelte Weltelite am WGC-Matchplayturnier in Austin, Texas.

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SDA-ATS