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Bern - Die 24-jährige Frau, die im November 2008 im Berner Florapark einen Mann aus Sri Lanka mit rund 100 Messerstichen umbrachte, sieht sich selbst als sehr zwiespältig. Heute tut ihr die Tat leid, damals verschaffte sie ihr ein Machtgefühl.
Am Tatabend wollte sich die zierlich wirkende, junge Frau die Möglichkeit für ein Delikt offen halten, wie sie bei der Befragung zum Prozessbeginn am Dienstag vor dem Kreisgericht Bern aussagte. Sie habe Panik gehabt vor der bevorstehenden Weihnachtszeit sowie wegen ihrer ungewissen Wohn- und Betreuungssituation.
Keine Beschönigung
Ihrem Opfer begegnete sie als Prostituierte und hatte vor der Tat Sex mit ihm. Plötzlich begann sie auf den Mann wie wild einzustechen und tötete ihn mit um die 100 Messerstichen, wie der rechtsmedizinische Sachverständige dem Gericht erläuterte.
Die Frau sei zeitweise auf der Brust des Mannes gesessen und habe ihm immer weitere Stiche, versetzt. Gewaltphantasien, die darin gipfelten, jemanden umzubringen, seien immer wieder da gewesen, bekannte die Frau am Dienstag vor Gericht.
Eine frühere Aussage, während der Tat ein Glücksgefühl empfunden zu haben, schwächte sie jedoch ab. Als positiv habe sie aber die Macht und Kontrolle über das Opfer erlebt.
Erstaunlich war, wie klar und ohne jede Beschönigung sich die junge Zürcherin zur Tat äusserte. Es ist ihr bewusst, dass sie noch Jahre brauchen wird, um aus der schweren Persönlichkeitsstörung herauszufinden, die ihr das psychiatrische Gutachten bescheinigt. Sie hofft aber, dass es ihr gelingt, denn das Schlimmste wäre für sie, auf unbestimmte Zeit verwahrt zu werden.
Bruder mit Messer angegriffen
Die Tat hatte vor zwei Jahren im ganzen Land Aufsehen erregt. Es entbrannte eine Debatte, weshalb die Frau trotz ihrer offensichtlichen Gefährlichkeit in einer betreuten Wohngemeinschaft leben konnte.
Als 16-Jährige hatte sie versucht, ihren Bruder mit einem Messer zu töten. Später griff die Polizei die oft mit einem Messer bewaffnete Frau immer wieder auf. Sie legte es förmlich darauf an, von der Polizei angehalten zu werden, bevor etwas passieren konnte. Nicht so am Tattag: diesmal setzte sie ihre Gewaltphantasien in die Tat um.
Am Mittwoch stellen Staatsanwalt und Verteidigung ihre Anträge zum Tötungsdelikt. Am Freitag ist das Urteil vorgesehen.

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SDA-ATS