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Todesschütze von Fort Hood wegen Mordes angeklagt

Dieser Inhalt wurde am 12. November 2009 - 22:21 publiziert
(Keystone-SDA)

Washington - Eine Woche nach dem Amoklauf von Fort Hood ist der Todesschütze Nidal Malik Hasan wegen 13-fachen vorsätzlichen Mordes angeklagt worden. Das teilte ein militärischer Ermittlungsbeamter auf dem texanischen Stützpunkt mit. Hasan soll vor ein Militärgericht gestellt werden.
Der 39-jährige muslimische Militärpsychiater und Major hatte zwölf Soldaten und einen Zivilisten erschossen sowie 42 Menschen verletzt. Weitere Anklagepunkte könnten hinzukommen, sagte der Beamte, Christopher Grey. Über Hasans Motiv herrscht weiterhin Unklarheit. Die Ermittlungen dauerten an, und es werde jedem Hinweis nachgegangen, erklärte Grey.
Nach seinen Worten hat Hasan inzwischen einen Anwalt. Er war nach seinem Amoklauf von der Polizei mit vier Schüssen ausser Gefecht gesetzt worden, befindet sich weiter im Spital und steht unter dem Einfluss starker Beruhigungsmittel.
Zu Hasans möglichem Tatmotiv war in den vergangenen Tagen der Verdacht laut geworden, religiöse Verblendung habe möglicherweise zu der Bluttat geführt. US-Geheimdienste hatten zahlreiche E-Mails des Majors an einen radikalen islamischen Prediger abgefangen, den Major aber nach einer Überprüfung als harmlos eingestuft.
Das Verteidigungsministerium wusste allerdings nichts von den E-mails, wie es aus Regierungskreisen in Washington hiess. Erst nach dem Amoklauf habe die US-Bundespolizei FBI die Verantwortlichen der Armee darüber in Kenntnis gesetzt.
US-Präsident Barack Obama ordnete unterdessen Ermittlungen zu möglichen Versäumnissen der Behörden an. Der Präsident wies das Verteidigungsministerium, die Geheimdienste und die Bundespolizei FBI an, alle vorliegenden Unterlagen und Erkenntnisse zusammenzutragen.
Ein Kriminologe, Pat Brown, hält persönliche Probleme als Tat-Triebfeder für wahrscheinlich. Hasan sei allem Anschein ein in Beziehungsdingen glückloser Einzelgänger, dessen Profil eher einem Massenmörder ähnle als einem Terroristen, sagte Brown dem US-Fernsehsender CNN.

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