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Ein chinesisches Gericht hat zwei Tibeter zu drastischen Strafen verurteilt, weil sie zu regierungskritischen Selbstverbrennungen angestachelt haben sollen. Ein 40 Jahre alter Mönch erhielt am Donnerstag ein Todesurteil.

Dieses soll aber voraussichtlich in eine bis zu 25-jährige Haftstrafe umgewandelt werden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Sein 31 Jahre alter Neffe soll zehn Jahre hinter Gitter. Die beiden hätten in der Provinz Sichuan "acht Menschen angespornt und genötigt, sich selbst zu verbrennen". Drei Menschen seien gestorben.

Seit 2009 haben sich nach Informationen von Exiltibetern bereits 99 Tibeter angezündet, um gegen die Herrschaft Chinas über ihr Volk zu protestieren. Sie fordern grössere religiöse, politische und kulturelle Freiheit.

Die chinesischen Behörden reagieren auf die Proteste jeweils mit einer Verschärfung von Sicherheitsvorkehrungen, Entsendung von zusätzlichen Sicherheitskräften und Festnahmen von mutmasslichen Anstiftern.

Lobsang Sangay, der von Exiltibetern gewählte Premierminister, betonte erneut, dass weder der Dalai Lama noch die Exilregierung zu diesen Selbstverbrennungen aufrufen. Allerdings hätten die Tibeter in Tibet keine andere Möglichkeit mehr, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, sagte Sangay bei einer Solidaritätskampagne in Neu Delhi.

Schwierige Lage

In der indischen Hauptstadt machen derzeit die Exilregierung und mehrere Unterstützerorganisationen auf die Lage der Tibeter in Tibet aufmerksam und bitten um internationale Hilfe. Seit der Dalai Lama und sein Gefolge 1959 aus dem Hochland ins Nachbarland flüchteten, lebt der Grossteil der rund 130 000 Exiltibeter in Indien.

Nach Informationen der Exil-Regierung kamen zur Eröffnung der viertägigen Kampagne mehr als 5000 Menschen zusammen, die meisten von ihnen Tibeter aus der Diaspora. Sangay sagte demnach im Talkatora Stadion, dass die Freiheit Tibets und die Rückkehr des Dalai Lama die Hoffnung aller Tibeter in Tibet sei sowie der Traum aller Tibeter ausserhalb.

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SDA-ATS