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Tödliche Schlägerei in Aarau: Fünf Jahre Gefängnis für Angeklagten

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2009 - 12:46 publiziert
(Keystone-SDA)

Aarau - Im Prozess um eine tödliche Schlägerei vor einer Aarauer Disco hat der 22-jährige Angeklagte von sich gewiesen, den verhängnisvollen Faustschlag verübt zu haben. Der Staatsanwalt und die Anwälte der Geschädigten schenkten ihm in den Plädoyers keinen Glauben.
Der Schweizer gab bei der ausführlichen Befragung durch den Gerichtspräsidenten zu, dass er sich von seinem Kollegen anstacheln liess und auf den 19-Jährigen zugegangen sei. Sie hätten sich gegenseitig geschubst, beschrieb er.
Einen Faustschlag in das Gesicht des Opfers bestritt er jedoch. Er habe die Aktion eines Kollegen, der dem Opfer eine Ohrfeige geben wollte, für einen Angriff gehalten und danach auf den Mann neben dem 19-Jährigen geschlagen.
In der Befragung wirkte er ruhig und gefasst, konnte sich jedoch an zahlreiche Aussagen in den Einvernahmen während der Untersuchungshaft nicht mehr erinnern. Der Gerichtspräsident hielt ihm mehrere seiner damals gemachten Äusserungen vor.
Er hatte ausgesagt, er habe zuerst auf eine Person eingeschlagen, sei dann wahllos auf andere Personen losgegangen und habe dabei zwei Personen traktiert. Bei der Befragung vor Gericht sagte der Angeklagte, dass er diese Aussagen unter Druck der Polizei gemacht habe.
Er habe mit "vielleicht" auf die Frage der Polizei geantwortet, ob er dem Opfer einen Faustschlag versetzt habe. Dies habe er nur gesagt, um aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden.
Der Staatsanwalt Beat Sommerhalder hielt den Angeklagten dennoch für schuldig. Er stützte sich in seinem Plädoyer auf mehrere Aussagen eines an der Schlägerei mutmasslich Beteiligten Italieners, der bereits wegen Raufhandels verurteilt worden ist.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Kampfsportler eventualvorsätzliche Tötung, allenfalls schwere Körperverletzung oder fahrlässige Tötung vor. Sie fordert eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren.

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