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Zwei Aargauer Lehrer müssen sich heute Donnerstag vor dem Bezirksgericht Laufenburg verantworten. Auf einer Schulreise im Juli 2013 stürzte ein Schüler mehrere Meter in die Tiefe. Eine Woche nach dem Unfall verstarb der schwer verletzte Zwölfjährige im Spital.

Angeklagt sind der 60-jährige Hauptorganisator des Heimattages und der 53-jährige Bezirksschul-Klassenlehrer des Verunfallten. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Lehrern fahrlässige Tötung durch Unterlassen vor.

Der Organisator soll die Schüler sowie die Lehr- und Begleitpersonen zu wenig über die konkreten Gefahren der steilen Böschung informiert haben. Auch seien keine Lehrpersonen unmittelbar vor der steilen Böschung mit dem klaren Auftrag zur Überwachung postiert worden.

Schüler zu wenig überwacht

Der Klassenlehrer überwachte seine Schüler gemäss Anklageschrift zu wenig intensiv. Auch soll er die Schüler zu wenig über die konkreten Gefahren informiert haben. Die Staatsanwaltschaft räumt ein, dass die geschriebenen Regeln wie der Leitfaden der Bezirksschule Frick und die Empfehlungen des Bildungsdepartements nicht verletzt worden seien.

Die Lehrer sollen zu einer bedingten Geldstrafe von je 60 Tagessätzen und einer Busse von je 2000 Franken verurteilt werden.

Zwei Mal von der Klasse entfernt

Der tragische Unfall hatte sich im Jura am 2. Juli 2013 auf dem Schulausflug der Bezirksschule Frick ereignet. Fünf Klassen mit 104 Schülern sowie 10 Lehr- und Begleitpersonen waren unterwegs. Das Ziel des als Sternwanderung geplanten Heimattages war ein Grillplatz in der Nähe des Cheisacherturms auf dem Gebiet von Sulz.

Vier Schüler begaben sich bereits vor der Mittagspause in den Wald. Zwei davon entdeckten eine steile Böschung. Sie gingen zum Rastplatz zurück und brätelten eine Wurst.

Fast 30 Meter abgestürzt

Danach entfernten sich die beiden Schüler und gingen nochmals in den Wald. Einer kletterte die Böschung hoch - und verlor den Halt. Er rutschte gemäss Anklageschrift die Böschung hinab und fiel über den Rand der zwölf Meter hohen Steilwand. Insgesamt stürzte er über eine Länge von 26 bis 30 Metern abwärts.

15 Meter vom Absturzort befand sich der zweite Schüler, weil er Notdurft verrichten musste. Er informierte gleich die Lehrerschaft. Der Organisator bot mit der Notfall-App der Rega die Rettungskräfte auf. Er stieg über die steile Felswand zum verletzten Jugendlichen hinunter. Auch der Klassenlehrer bemühte sich um die Rettung.

Aufgrund des unwegsamen Geländes konnten die Rettungskräfte den Verletzten erst 35 Minuten nach dem Meldungseingang erreichen. Ein Bergretter der Ambulanz und ein Kantonspolizist mussten den Jugendlichen auf einen Waldweg abseilen. Von dort konnte er mit Hilfe der Seilwinde des Rettungshelikopters geborgen und letztlich ins Inselspital Bern geflogen werden.

Eine Woche nach dem Sturz verstarb der schwer verletzte Jugendliche im Spital. Er hatte ein massives Schädel-Hirntrauma erlitten; auch war seine linke Körperseite gelähmt.

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SDA-ATS