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Frentorish "Tori" Bowie heisst die Sprint-Queen an den Weltmeisterschaften in London. Die 26-jährige einstige Weitspringerin setzt erst seit einigen Jahren voll auf die Karte Sprint - mit Erfolg.

Zusammen mit ihrem Landsmann Justin Gatlin beendete Bowie im Olympiastadion von 2012 die Dekade der jamaikanischen Vorherrschaft im Sprint und holte das erste amerikanischen WM-Double über 100 m seit 2005. Vor den Triumphen der beiden gingen 13 der letzten 14 grossen Titel beider Geschlechter über 100 m nach Jamaika. Einzige Ausnahme bildete der Sieg von Carmelita Jeter an den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu.

Für Bowie hatte es im Final am späten Sonntagabend allerdings lange nicht nach einem Triumph ausgesehen. Bei Rennhälfte lag sie noch weit zurück, ehe sie im zweiten Streckenteil aufdrehte und sich auf den letzten Metern mit den Schultern nach vorne warf. So entschied sie das Rennen im Photofinish gegen die Ivorerin Marie-Josée Ta Lou doch noch für sich. Bowie stürzte wenige Meter nach der Ziellinie und zog sich dabei Schürfungen und leichte Prellungen zu, die Schmerzen nahm sie aber gerne in Kauf.

"Ich wette, dass ich die Einzige auf der Welt bin, die geglaubt hat, dass ich heute gewinnen kann", sagte die 26-Jährige, die mit einer Saisonbestzeit von 10,90 nur als Aussenseiterin angetreten war. Alle hätten sie immer gefragt, warum sie sich in London auf die 100 m und nicht auf die 200 m konzentrieren würde. "Aber dies ist die Disziplin, in der ich Weltmeisterin werden wollte - und heute ist es passiert."

Vor einigen Jahren hatte wenig darauf hingedeutet, dass Frentorish Bowie - der Vater wollte für seine Tochter einen Vornamen, den sonst niemand hatte - dereinst als Sprintkönigin in die Geschichte eingehen wird. Aufgewachsen bei ihrer Grossmutter in einem kleinen Dorf in Mississippi, kam Bowie in der High School zur Leichtathletik, nachdem sie zuvor Basketball gespielt hatte. Erste Erfolge stellten sich schnell ein, das Talent war offensichtlich.

Beim letzten grossen Leichtathletik-Fest im Queen Elizabeth Park in London 2012 hatte Bowie allerdings noch vor dem Fernseher gesessen - als Weitspringerin. Wegen eines Kieferbruchs verpasste sie die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele. Aber als sie die Wettkämpfe zusammen mit ihrer Grossmutter vor dem Bildschirm verfolgte, kam ihr der Gedanke, dass sie dereinst die Besten schlagen will - und wird.

Als Weitspringerin erreichte sie eine persönliche Bestweite von 6,91 m. Spätestens nach den Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot 2014, als Bowie mit mageren 6,12 m die Qualifikation für den Final verpasste, wusste sie aber, dass ihre Zukunft im Sprint liegt. Die Fortschritte machten sich schnell bemerkbar. 2014 lief sie erstmals unter elf Sekunden, 2015 holte sie in Peking WM-Bronze über 100 m, 2016 lief sie mit 10,78 ihre persönliche Bestzeit, ehe sie an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro dank Gold in der Sprint-Staffel einen kompletten Medaillensatz gewann.

"Ich bin extrem zufrieden mit meiner Silber- und Bronzemedaille", sagte sie nach Rio in einem Interview. "Aber als ich die Goldmedaille gewonnen habe, habe ich mich in sie verliebt." Die Liebe hielt. Und das nächste Kapitel der Lovestory könnte bereits am Freitag folgen. "Ich habe zwar ein paar Beulen, aber ich werde über 200 m bereit sein."

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SDA-ATS