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Für Mark Cavendish ist die Tour de France nach seinem schweren Sturz im Sprintfinale der 4. Etappe definitiv vorbei.

Eine Operation ist beim 32-Jährigen von der Isle of Man zumindest vorerst nicht nötig. Auch Nerven sind gemäss dem Teamarzt keine beschädigt. Doch bis Cavendish wieder Rennen bestreiten kann, wird es 2018 werden. Dabei hatte er sich nach einer langen Krankheitspause wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers erst kurzfristig für die Tour-Teilnahme bereit erklärt. Bei der ersten Sprint-Ankunft am Sonntag in Lüttich hatte er hinter Sieger Marcel Kittel, dem in Vittel siegreichen Franzosen Arnaud Démare und Greipel den 4. Platz belegt.

Protest von Sagans Team abgewiesen

Das deutsche Team Bora-Hansgrohe hatte am Dienstagabend nach der Disqualifikation ihres Topstars Peter Sagan bald einmal einen Protest formuliert und diesen bei der internationalen Jury um den Belgier Philippe Marien hinterlegt. Diesem blieb jedoch erwartungsgemäss kein Erfolg beschieden, da gemäss Reglement des Weltverbands UCI gar keine Möglichkeit zum Protest besteht, da die Entscheide der Rennjury endgültig sind.

Auch ein kurzfristiger Anruf des Internationalen Sportgerichtshofes konnte den Ausschluss des Weltmeisters nicht verhindern. Bei Bora hatte man die Hoffnung, dass der Entscheid noch einmal überdacht wird und Sagan unter Vorbehalt starten könnte. Doch die Jury um UCI-Kommissär Marien nahm diesen Einspruch lediglich zur Kenntnis.

Sagan musste sich deshalb am Mittwoch von seiner persönlich sechsten Tour de France verabschieden. Er tat dies vor dem Start der 5. Etappe in Vittel mit offenem Haar und bereits in Freizeitkleidung. Der 27-jährige Slowake sagte, er sei gegen den Entscheid der Jury: "Aber ich akzeptiere sie." Etwas anderes blieb dem enttäuschten Weltmeister allerdings auch gar nicht übrig.

Greipel: "Zu harter Entscheid"

Am Vortag unmittelbar nach der Etappe hatte sich Sagan zum Bus von Cavendishs Team Dimension Data begeben, um sich zu entschuldigen. Auch am Mittwoch betonte er, dass es ihm leid tue, dass der Brite zu Fall gekommen sei und sich verletzt habe. "Ich hoffe, dass Mark schnell gesund wird." Der von der Tour Ausgeschlossene insistierte aber nochmals, dass er "nichts falsch gemacht" habe. "Das war zwar ein verrückter Sprint. Doch solche gab es früher und wird es auch weiter geben. Ich habe Mark nicht gesehen. Dann hat er zuerst mich berührt und dann die Absperrung. Ich musste irgendwie mein Gleichgewicht halten."

Unterstützung erhielt Sagan, bei der Tour fünffacher Sieger der Punktewertung (grünes Trikot) und achtmal Tagessieger, von vielen seiner Berufskollegen. Stellvertretend dafür die Aussage von André Greipel, der den Entscheid der Jury als "zu hart" empfand, nachdem er sich die TV-Bilder angesehen hatte. Dies ist insofern bemerkenswert, da der deutsche Topsprinter unmittelbar nach der Etappe in Vittel zunächst heftige Kritik an Sagan geübt hatte.

Kein böses Blut zwischen Cavendish und Sagan

Zur Disqualifikation von Sagan sagte Cavendish: "Den Weltmeister von der Tour de France auszuschliessen, dazu braucht es viel Mut." Mit der Entschuldigung seines Rivalen und Freundes Sagan, und nachdem sie am Dienstagabend noch miteinander telefoniert hätten, sei die Sache für ihn erledigt: "Es zeigt, was für ein Mensch er ist, und das zählt für mich mehr als alles andere. Einfach nur schade, dass wir nicht mehr dabei sind." Die kleine Lücke, durch welche er am Weltmeister vorbei nach vorne preschen wollte, bezeichnete Cavendish als gross genug: "Ich weiss schliesslich, durch welche Lücken ich passe."

SDA-ATS