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Das Unabhängigkeits-Referendum in Katalonien stellt Spaniens Nationalmannschaft auf die Probe. Wegen Beleidigungen gegen Gerard Piqué muss gar ein öffentliches Training abgebrochen werden.

Exakt 31 Tage ist es her, als Spaniens Nationalmannschaft nach klarem 3:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Italien das ganze Land in Jubelstimmung versetzte. Das Signal an die Gegnerschaft: Spanien ist bereit für die Weltmeisterschaften 2018 in Russland.

Einen Monat später steht der Weltmeister von 2010 vor einer Zerreissprobe. Vor dem Heimspiel des souveränen Leaders der Gruppe G gegen Albanien äussert sich diese besonders in Gestalt von Innenverteidiger Gerard Piqué. Als der 30-jährige Barcelona-Verteidiger am Montagabend mit seinen Nationalmannschaftskollegen im Trainingszentrum Las Rozas nahe Madrid für ein öffentliches Training den Platz betrat, wurde er mit Pfiffen und Beschimpfungen begrüsst.

Piqué hatte durch seine klare Position rund um das Unabhängigkeits-Referendum der Katalanen den Unmut der Fans auf sich gezogen. Zuvor stellte er zudem selbst seine Zukunft im Nationalteam infrage. Falls er "störe", würde er seinen Rücktritt bekannt geben, meinte der Welt- und Europameister mit Tränen in den Augen. Spaniens Coach Julen Lopetegui lehnte Piqués Rücktritts-Angebot ab.

Reaktionen zielten unter die Gürtellinie

Piqué, Verteidiger der Nationalmannschaft und gleichzeitig glühender Befürworter des Katalonien-Referendums, hätte durch sein Verhalten keinen Platz mehr in der Nationalmannschaft verdient - so zumindest die teils makaber zum Ausdruck gebrachte vorherrschende Meinung vieler Spanier. Die Schmähungen in Richtung des "Abtrünnigen" zielten teils weit unter die Gürtellinie; auf einem Plakat wurde Piqué gar mit Erbrochenem verglichen.

Es ging so weit, dass einige Plakate von der Polizei konfisziert wurden. Nach 23 Minuten hatte der Spuk für Piqué und seine Mannschaftskameraden ein Ende. Trainer Lopetegui beendete die öffentliche Trainingseinheit vorzeitig. Und sprach im Nachgang von einer "unangenehmen Situation". Die Fans forderte Lopetegui zur Vernunft auf.

Auch im Team ist Piqué unlängst zu einer streitbaren Personalie geworden. Dennoch hielten sich seine Mannschaftskameraden nach dem neusten Vorfall dezent im Hintergrund. So auch Real Madrids Sergio Ramos, ein Intimfeind von Piqué. Laut Medienberichten wolle Ramos "zum Wohl der Mannschaft" schweigen. Er hatte in den Tagen vor dem Referendum bereits Kritik an Piqués offen zur Schau gestellter Position geübt. "Jeder hat die Freiheit zu sagen, was er denkt. Aber als Kapitän bin ich immer besorgt um die Atmosphäre im Team", sagte Ramos vergangenen Freitag.

Trotz der Unruhe im Team dürfte die direkte WM-Qualifikation für Spanien nur noch Formsache sein. Vor den beiden abschliessenden Spielen vom Freitag gegen Albanien (in Alicante) und in Israel (am Montag) liegen die Iberer mit drei Punkten Vorsprung auf Italien an der Spitze der Gruppe G.

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SDA-ATS