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Der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse fordert einen 20-tägigen Vaterschaftsurlaub, damit sich Väter auf ihre neue Realität nach der Geburt eines Kindes einstellen können. Allerdings soll dieser Urlaub nur eine Etappe sein auf dem Weg zu einem Elternurlaub, der diesen Namen verdiene.

"Elternurlaube gelten heute als Bestandteil attraktiver Anstellungsbedingungen. Sie werden eingesetzt, um Personal zu gewinnen und zu halten", teilte Travail.Suisse am Donnerstag mit. Die Gewerkschaft will aber nicht, dass Arbeitgeber diesen Wettbewerbsvorteil für sich instrumentalisieren.

Sie fordern, dass die Praxis landesweit vereinheitlicht wird, indem für alle Väter ein bezahlter Urlaub von 20 Tagen eingeführt wird. Dieser sei eine erste unabdingbare Etappe auf dem Weg zu einem echten Elternurlaub, der zwischen zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werde.

Hintergrund der Forderung ist die vierte jährliche Befragung von Travail.Suisse bei Arbeitgebern des öffentlichen Sektors zu den Elternurlauben. Dabei hat die Gewerkschaft eine Diskriminierung der Männer festgestellt.

Väter benachteiligt

Kantone und Städte kennen gemäss Travail.Suisse für Mütter Regelungen, die über das gesetzliche Minimum hinaus gehen. Mütter erhalten meist 16 Wochen Mutterschaftsurlaub mit 100 Prozent Lohn statt 14 Wochen und 80 Prozent des Lohnes.

Die Hälfte der Kantone und grossen Städte gewährt auch Vätern einen Urlaub von 5 bis 10 Tagen. Mehrwöchige Adoptionsurlaube sind in den Städten verbreiteter als bei den Kantonen. Jedoch haben bei unbezahlten Elternurlauben und auch Adoptionsurlauben oft nur die Frauen Anspruch auf einen unbezahlten Urlaub, obwohl dieser als "Elternurlaub" bezeichnet wird.

"Diese Beschränkungen widerspiegeln ein Familienbild, das nicht mehr der Realität in unserem Land entspricht. Tatsächlich ist die Betreuung eines Kindes nicht nur Sache der Mutter", hält Travail.Suisse fest.

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SDA-ATS