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Berlin - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hält den Euro für glaubwürdig und stabil. "Wir haben keine Krise des Euro, sondern wir haben eine Krise der Staatsfinanzen in einigen Euro-Ländern", sagte Trichet der "Bild"-Zeitung.
Alle Regierungen müssten dafür sorgen, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. "Da sind vor allem die Regierungen und Staaten gefragt, die in der Vergangenheit deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben", sagte er der Online-Ausgabe der Zeitung.
Der EZB-Chef forderte eine erneut eine schnelle Ausweitung des Euro-Rettungsschirms. "Die Regierungen brauchen einen wirkungsvollen Mechanismus, der hilfreich ist zur Sicherung von Finanzstabilität", sagte er.
Trichet betonte, insgesamt habe der Euro für stabile Preise gesorgt. "Das Preisniveau ist in den letzten 12 Jahren stabiler gewesen als in der Bundesrepublik Deutschland in den 50 Jahren zuvor", sagte er.
In den vergangenen zwölf Jahren habe die durchschnittliche Teuerungsrate im Euro-Raum bei 1,97 Prozent gelegen, in Deutschland sogar nur bei 1,5 Prozent. "In Deutschland lag die Inflation in den 90er Jahren bei 2,2 Prozent, in den 80er Jahren bei 2,8 Prozent, und in den 70er Jahren sogar noch höher. Die Zahlen sprechen für sich," sagte Trichet.
Zur Gefahr eine anziehenden Inflation sagte der EZB-Präsident: "Die Deutschen haben recht, vehement gegen Inflation zu sein. Inflation trifft insbesondere die Schwächsten in der Gesellschaft."
Die EZB habe jedoch Preisstabilität gewährleistet und werde es weiterhin tun. "Wir sind äusserst wachsam, wenn die Inflation steigt und beobachten dies sehr genau. Aber die Dezember-Zahlen sind vor allem durch die steigenden Energiepreise beeinflusst", sagte Trichet.

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SDA-ATS