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Der US-Chiphersteller Qualcomm darf vorerst nicht von dem in Singapur ansässigen Konkurrenten Broadcom übernommen werden. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/RICHARD DREW

(sda-ats)

Die US-Regierung untersagt die geplante 146 Milliarden Dollar schwere Übernahme des amerikanischen Chipherstellers Qualcomm durch den in Singapur ansässigen Konkurrenten Broadcom. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete das Verbot am Montag.

Broadcom könnte der nationalen Sicherheit der USA schaden, erklärte Trump am Montag zur Begründung. Der Deal wäre der bisher teuerste Zukauf in der Technologie-Branche. Die Aktien von Qualcomm gaben nachbörslich fast fünf Prozent nach.

Qualcomm wehrt sich vehement gegen den Übernahmeversuch - und das macht den Vorstoss Trumps so ungewöhnlich: Üblicherweise griffen US-Präsidenten erst ein, wenn ein Deal stand.

Widerstand aus Washington gegen die Übernahme zeichnete sich bereits ab: Vor einigen Tagen leitete bereits die Behörde zur Überwachung von Auslandsinvestitionen eine Untersuchung ein. Broadcom ist dabei, den Unternehmenssitz von Singapur in die USA zu verlegen. Das sollte die feindliche Übernahme vereinfachen. Trumps Anordnung ist eher so formuliert, dass Broadcom auch dann der Kauf von Qualcomm untersagt bliebe. Zunächst gab es keine Angaben dazu, ob Broadcom Trumps Verbot vor Gericht anfechten könnte.

Konsolidierungswelle in Chipbranche

Die Chipbranche wird gerade von einer Konsolidierungswelle überrollt. Forschung und Entwicklung - auch angesichts neuer Halbleiter für die nächste superschnelle Datenfunk-Generation 5G - werden für die Anbieter immer teuer.

Qualcomm produziert Funkchips, die in vielen Telefonen für die Verbindung sorgen, sowie auch die Haupt-Prozessoren diverser Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Ausserdem arbeitet das Unternehmen auch im Auftrag von US-Behörden - was als Begründung für die Sorgen um nationale Sicherheit dienen kann.

Zuletzt wurde jedoch spekuliert, den USA ginge es um die Mobilfunk-Zukunft mit 5G. Qualcomm ist ein führender Entwickler der Technologie in Amerika und im Westen insgesamt.

Angst vor Verkauf nach China

Broadcom hatte bereits signalisiert, dass die Firma nicht besonders an der Fortführung von Qualcomms 5G-Aktivitäten interessiert sei. Insider befürchteten, dass Broadcom nach der Übernahme Teile von Qualcomm an Huawei in China verkaufen könnte. Huawei wird in den USA als Sicherheitsrisiko angesehen, während das Unternehmen jegliche Verstrickungen mit chinesischen Geheimdiensten zurückweist.

Broadcom hatte für Qualcomm in der Spitze 121 Milliarden Dollar geboten, plus die Übernahme von Schulden in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Das heutige Broadcom ist bereits das Produkt einer Serie von Übernahmen: Der Netzwerk-Spezialist Avago aus Singapur hatte die Chipfirma Broadcom gekauft und deren Namen übernommen.

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SDA-ATS