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Nun gibt ein anderer die Richtung vor: Obamas Nachfolger Donald Trump will mit Trudeau (Mitte) und Peña Nieto über das Handelsabkommen verhandeln. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/PABLO MARTINEZ MONSIVAIS

(sda-ats)

Der neue US-Präsident Donald Trump strebt baldige Gespräche mit Kanada und Mexiko über das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta an. In den Neuverhandlungen dürften aber auch die beiden Nachbarstaaten ihre Ansprüche geltend machen.

"Wir werden Verhandlungen beginnen, die mit Nafta zu tun haben", kündigte Trump am Sonntag in Washington an. Auch über Einwanderung und Sicherheit an den Grenze wolle er mit den Nachbarn sprechen. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, bessere Bedingungen für die Vereinigten Staaten herauszuschlagen. Das seit 1994 geltende Nafta-Abkommen und andere Freihandelsverträge werden von ihm und seinen Anhängern mitverantwortlich gemacht für den Niedergang der amerikanischen Industrie in vielen Regionen. Die USA importieren viel mehr als sie exportieren.

Kanada sieht den Trump-Plänen gelassen entgegen. "Sie haben nicht genaues über irgendwelche realen Probleme gesagt, die sie mit uns haben", sagte der kanadische Botschafter in Washington, David MacNaughton. Es bestehe aber die Gefahr, dass Kanada bei möglichen US-Massnamen gegen das Defizit im Handel mit Mexiko in Mitleidenschaft gezogen werde. Ministerpräsident Justin Trudeau berät bis Dienstag in einer zweitägigen Klausur mit seinem Kabinett darüber, wie auf die Herausforderung durch Trump reagiert werden soll.

Trump lobte seinen mexikanischen Amtskollegen Enrique Pena Nieto, der wegen Korruptionsskandalen und steigender Inflation derzeit niedrigere Popularitätswerte hat. "Der Präsident war wirklich erstaunlich", sagte Trump nach einem Telefonat. "Ich denke, wir werden ein sehr gutes Ergebnis für Mexiko und die Vereinigten Staaten und alle Beteiligten haben." Kritiker werfen Nieto vor, keinen klare Strategie zu haben angesichts der Forderungen Trumps, Handelsdefizit und Einwanderung zu beschränken.

Trump hatte im Wahlkampf immer wieder erklärt, die Verlagerung heimischer Arbeitsplätze nach Mexiko zu verhindern und das Nafta-Abkommen neu zu verhandeln. Konkrete Vorstellungen zu einer künftigen Nafta-Vereinbarung blieb er aber bislang schuldig. Handelsexperten gehen davon aus, dass auch Kanada und Mexiko deutliche Zugeständnisse erreichen wollen. Die Verhandlungen dürften sich nach ihrer Einschätzung über Jahre hinziehen.

SDA-ATS

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