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Die E-Mails von Donald Trump Jr. mit Russland könnten seinen Vater, US-Präsident Donald Trump, in Bedrängnis bringen. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/MATT YORK

(sda-ats)

Die E-Mails seines ältesten Sohnes bringen US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre immer weiter in Bedrängnis. Juristen und führende Demokraten erhoben am Dienstag den Vorwurf, die E-Mails enthüllten kriminelle Absichten.

Einige Stimmen sprachen sogar davon, die Grenze zum Landesverrat könnte erreicht sein. Der Präsident lobte über seine Sprecherin den Sohn dagegen für die Offenheit, mit der er seine E-Mail-Konversation publik gemacht habe.

Donald Trump Jr. veröffentlichte am Dienstag einen E-Mail-Wechsel mit dem Publizisten Rob Goldstone, der nach seinen Angaben zu einer Begegnung mit einer russischen Anwältin führte. Daraus geht hervor, dass ihm belastende Informationen über die Konkurrentin seines Vaters, Hillary Clinton, in Aussicht gestellt wurden, die von der russischen Regierung stammen sollen.

Einige Distanzierungen

Nach Bekanntwerden der E-Mails von Trump Jr. liess Vizepräsident Mike Pence über seinen Anwalt Marc Lotter umgehend eine Erklärung veröffentlichen, in der er sich von der Angelegenheit distanziert. Pence habe von dem Treffen von Trump Jr. mit der Anwältin nichts gewusst und sei damals noch nicht im Trump-Team gewesen. Dies wurde in Washington als ein erstes Anzeichen für eine mögliche Absetzbewegung des Vizepräsidenten von Trump gewertet. Das Weisse Haus wies diese Vermutung zurück.

Den veröffentlichten Dokumenten zufolge meldete sich Goldstone am 3. Juni 2016 bei dem Sohn Trumps. Ein Klient habe ihn kontaktiert, weil ein russischer Staatsanwalt sich mit dem Vater dieses Klienten getroffen habe und diesem Dokumente über Clinton für Trumps Wahlkampfteam angeboten habe. "Das sind offensichtlich hochrangige und sensible Informationen, aber es ist Teil der Unterstützung Russlands und der Regierung für Herrn Trump (...)", heisst es in der E-Mail weiter.

Günstig für die Wahl

Trump Jr. antwortete am selben Tag: "Es sieht so aus, als ob wir Zeit hätten, und wenn es das ist, was Du sagst, liebe ich es, besonders später im Sommer." Damit meinte er belastendes Material über Clinton, das näher am Wahltermin im Herbst besonders nützlich sein könnte. In dem weiteren Schriftverkehr vereinbarten beide einen Termin. Goldstone erwähnt in diesem Zusammenhang eine "Anwältin der russischen Regierung".

Natalia Veselnitskaja, die Anwältin, mit der sich der 39-jährige Sohn Trumps am 9. Juni 2016 getroffen hat, bestritt, jemals für den Kreml gearbeitet zu haben. Vom Kreml hiess es, man kenne die Frau nicht. Trump Jr. hatte schon zuvor eingeräumt, dass ihm vor dem Treffen "hilfreiche Informationen" versprochen worden seien.

Mit der Veröffentlichung der E-Mails reagierte Trump Jr. auf einen Bericht der "New York Times". Die Zeitung hatte am Montagabend geschrieben, dass Goldstones E-Mail darauf hindeute, dass die russische Regierung Quelle der potenziell schädlichen Informationen gewesen sei. Es gebe aber keinen Beweis dafür, dass die versprochenen Informationen in Zusammenhang mit den Hackerangriffen auf die Demokraten stünden, schrieb die Zeitung weiter. US-Geheimdienste beschuldigen Moskau, hinter Attacken auf E-Mailkonten der Demokraten zu stehen.

Schaden für Clinton

Die amerikanischen Geheimdienste werfen dem Kreml vor, sich auf diese Weise in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei um Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab.

Präsident Trump erfuhr nach Angaben einer Sprecherin erst in den vergangenen Tagen von dem Treffen seines Sohnes. Bei dem Gespräch im Juni waren neben Donald Jr. auch Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfchef, Paul Manafort, anwesend.

Trump Jr. war am Dienstag erneut bemüht, die Begegnung herunterzuspielen. Die Medien und die Demokraten hätten es extrem auf die "Russlandgeschichte" abgesehen, schrieb er auf Twitter. "Wenn dieses Nonsens-Treffen alles ist, was sie nach einem Jahr haben, verstehe ich die Verzweiflung!" Sein Anwalt sagte der "New York Times", sein Mandant habe nichts Falsches getan und werde mit den Ermittlern zusammenarbeiten.

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SDA-ATS