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Türkische Aktivisten gedenken der Erstürmung der Gaza-Hilfsflotte

Ein Jahr nach der Erstürmung einer Hilfsflotte für den Gazastreifen durch israelische Einheiten haben Aktivisten an den tödlichen Zwischenfall erinnert. Sie versammelten sich an Deck des Schiffs "Mavi Marmara", auf dem am Morgen des 31. Mai 2010 neun Türken erschossen wurden.

Auch in den Strassen Istanbuls fanden sich tausende Sympathisanten ein. Sie skandierten Parolen gegen Israel und schwenkten palästinensische Fahnen. Die Pläne zur Entsendung einer neuen Hilfsflotte würden nicht dadurch beeinträchtigt, dass Ägypten die Blockade des Gazastreifens aufgehoben habe, teilten die Aktivisten mit.

"Der Strand Gazas muss frei sein. Deshalb fahren wir dahin", sagte Vangelis Pisas, einer der griechischen Organisatoren der neuen Flotte. Sie will in 20 Tagen einen neuen Versuch starten, die israelische Blockade zu durchbrechen.

Eine islamische Hilfsorganisation nannte nur grob die dritte Juniwoche als Starttermin. Mit von der Partie soll dann auch ein Schweizer Schiff mit Parlamentariern und Journalisten an Bord sein.

Der israelische Angriff auf die von einer türkischen Hilfsorganisation organisierte Flotte mit sechs Schiffen hatte vor einem Jahr einen internationalen Aufschrei ausgelöst und zu schweren diplomatischen Krise zwischen Israel und der Türkei geführt.

Die Flotte war von einem israelischen Marinekommando in internationalen Gewässern abgefangen worden. Bei gewaltsamen Zusammenstössen an Bord der "Mavi Marmara", dem grössten Schiff des Konvois, starben neun Türken.

Nach Angaben der Aktivisten begannen die israelischen Soldaten zu schiessen, sobald sie an Bord waren. Die israelischen Streitkräfte versichern dagegen, die Soldaten hätten erst das Feuer eröffnet, als sie mit Knüppeln, Messern und Schusswaffen angegriffen wurden.

Anfang Jahr kam eine interne israelische Untersuchung zum Schluss, dass die Blockade des Gazastreifens und der Angriff auf die Schiffe im Übereinstimmung mit internationalem Recht war. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan nannte den Bericht wertlos und unglaubwürdig. Eine türkische Untersuchung bezeichnete das Vorgehen der israelischen Kommandos als "unverhältnismässig".

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