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Türkische Polizisten gehen gegen Regierungskritiker vor - auch der Druck auf Medienvertreter ist seit dem Putschversuch gewachsen. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/OMER KUSCU

(sda-ats)

Die türkischen Behörden haben am Freitag einen französischen Journalisten festgehalten. Olivier Bertrand sei "ohne Grund festgenommen" worden, als er sich für eine Reportage in der Provinz Gaziantep im Südosten der Türkei aufhielt.

Ein mitreisender türkischer Fotograf sei dagegen nach einigen Stunden freigelassen worden, sagte die Chefredakteurin der Online-Zeitung "Les Jours", Isabelle Roberts, am Freitagabend. Demnach hatte die Redaktion seit dem Nachmittag keinen Kontakt mehr zu Bertrand. "Wir fordern seine sofortige Freilassung. Wir sind sehr beunruhigt." Die französische Botschaft in Ankara erklärte, sie stehe im Kontakt mit dem Journalisten und den türkischen Behörden.

Der Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, Christophe Deloire, sprach in einer Twitter-Mitteilung von einer "illegalen" Festnahme, die der "Einschüchterung" diene. Erol Önderoglu von der türkischen Sektion der Organisation sagte, die Behörden könnten Bertrand mehrere Tage festhalten, bis der Gouverneur von Gaziantep über seine Situation entscheide.

Önderoglu, der sich wegen "terroristischer Propaganda" selbst seit Dienstag vor Gericht verantworten muss, konnte nach eigenen Angaben mit dem Franzosen telefonieren, als dieser in einem Polizeiwagen sass.

Erschwerte Arbeitsbedingungen für Journalisten

Die türkischen Behörden gehen seit dem Putschversuch vom 15. Juli hart gegen Regierungsgegner vor, darunter kritische Medienvertreter. Zahlreiche Journalisten wurden festgenommen, darunter mehrere Mitarbeiter der Oppositionszeitung "Cumhuriyet".

Am Freitag wurde der Herausgeber der Zeitung, Akin Atalay, festgenommen. Zugleich haben sich auch die Arbeitsbedingungen für ausländische Journalisten in der Türkei erschwert.

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SDA-ATS