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Eine Woche nach dem Sturz des tunesischen Präsidenten durch den Volksaufstand haben sich in dem nordafrikanischen Land tausende Polizisten und Sicherheitskräfte am Samstag den wieder erstarkten Massenprotesten angeschlossen. Diese richten sich nunmehr gegen die umstrittene Übergangsregierung.

Die Bevölkerung erteilte mit den Protesten dem amtierenden Ministerpräsidenten Mohamed Ghannouchi eine Abfuhr, der am späten Freitagabend um Geduld gebeten und seinen baldigen Rückzug in Aussicht gestellt hatte.

Die Polizeibeamten distanzierten sich mit ihrem Protest demonstrativ vom gestürzten Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali, der sich bei der Unterdrückung von Protesten jahrelang auf die Polizei und die Sicherheitskräfte stützen konnte.

Am Samstag durchbrachen Hunderte Demonstranten einen nur halbherzig geschlossenen Polizeikordon vor dem Sitz der Übergangsregierung. "Wir sind heute auf die Strasse gegangen, weil wir die nationale Versöhnung wollen", sagte ein Polizist. "Viele Leute in den Reihen der Sicherheitskräfte haben Fehler begangen, einige Ignoranten haben unseren Ruf besudelt."

Offene Diskussionen

Erstmals kam es bei der Kundgebung sogar zu offenen Diskussionen zwischen Zivilpersonen und Polizisten. Während die tunesische Armee das Vertrauen der Bevölkerung geniesst, wurde die Polizei während der 23-jährigen Amtszeit Ben Alis gefürchtet, da sie willkürlich Menschen verhaftete und systematisch folterte.

Es war das harsche Vorgehen von Polizisten gegen einen jungen Gemüsehändler, die diesen im Dezember in die Selbstverbrennung getrieben und die jüngsten Unruhen mit mindestens 78 Toten angefacht hatten.

In der vergangenen Woche hatten die Massenproteste Präsident Ben Ali in die Flucht nach Saudi-Arabien geschlagen. Sein Ministerpräsident Ghannouchi blieb im Amt, um eine Koalition der Einheit zu führen.

Hunderte Menschen begannen am Samstag in Menzel Boutaiane in der verarmten Zentralregion des Landes, wo die sogenannte Jasmin-Revolution startete, einen Marsch nach Tunis.

Die Teilnehmer der "Karawane der Freiheit", die in vier bis fünf Tagen Tunis erreichen wollen, verlangen den Rücktritt der Übergangsregierung. Ein ähnlicher Marsch soll zudem in Kasserine starten, einem anderen Ausgangspunkt der Proteste.

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SDA-ATS