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"Wir brauchen einen radikal neuen Ansatz in der Entwicklungsfinanzierung", sagte Axel Weber, Verwaltungsratspräsident der UBS, in Davos.

KEYSTONE/LUKAS LEHMANN

(sda-ats)

Die Grossbank UBS will privatwirtschaftliche Investitionen in die Bekämpfung von Hunger und Armut erhöhen. Der weltweit führende Vermögensverwalter kooperiert neu mit der Welt Bank bei Anlage-Portfolios für seine Kunden, wie die UBS am Montag in Davos mitteilte.

Die UBS gab vor einem Jahr am WEF bekannt, binnen fünf Jahren 5 Milliarden Dollar an Kundengelder neu in nachhaltige Projekte zu stecken. Solche Investments sollten zur Normalität werden.

Inzwischen hat sie fast 1 Milliarden US Dollar an Kundengeldern in solche Impact Investments angelegt, wie die UBS auf Anfrage der sda sagte. "Wir brauchen einen radikal neuen Ansatz, um bis 2030 die Entwicklungsziele der UNO finanzieren zu können," sagte UBS-Präsident Axel Weber am Montag in Davos.

Impact Investments gehen nur in Entwicklungsprojekte mit messbaren Zielen und das Geld fliesst erst, wenn die Ziele erreicht wurden. Die Rendite wird zwischen 7 bis 12 Prozent geschätzt.

Die Grossbank publizierte im Vorfeld des Word Economic Forum ein "White Paper", das unter anderem neue Partnerschaften zum Erreichen der UNO-Entwicklungsziele darlegt. Neu arbeitet die UBS mit der Weltbank zusammen mit einer Exklusivpartnerschaft für Anleihen, die stärker auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind als andere erstklassige Anleihen.

Die Weltbank beschafft die Mittel für die Finanzierung von Projekten in Entwicklungsländern über ihr Anleihenprogramm - die Anleihen gelten als attraktive Anlage.

Vermögensverwalter sollten Entwicklungsbanken kennen

Ein Fazit des White Papers: "Vermögensverwalter müssen enger mit den Entwicklungsbanken wie der Weltbank zusammenarbeiten, um ihren Kunden mögliche finanzielle und nachhaltige Renditen näher zu bringen."

Um die UNO-Entwicklungsziele zu finanzieren, sei die Zusammenarbeit zwischen multilateralen Entwicklungsbanken, der Finanzindustrie, Privatvermögen und Philanthropen absolut wichtig, sagte Global Chief Investment Officer (CIO) für UBS Wealth Management, Mark Haefele.

Vermögende Kunden wollten ihr Geld in soziale Veränderungen investieren, sagte UBS-Konzernchef Sergio Ermotti bereits vergangene Woche an einer Konferenz über Impact Bonds in Zürich. Allerdings verlange die neue Generation von Philanthropen Transparenz und effiziente Resultate - Impact.

Private können nicht Staat ersetzen

Alliance Sud, die Arbeitsgemeinschaft von Schweizer Hilfswerken, regiert nicht mit Begeisterung. "Wir sehen in Impact Bonds und ähnlichen Finanzvehikeln keinen Ersatz für die bisherige öffentliche Entwicklungsfinanzierung", sagte Alliance-Sud-Geschäftsführer Mark Herkenrath.

Das Engagement Privater in der Entwicklungsfinanzierung begrüsse er. Aber es bestehe die Gefahr, dass der Eindruck entstehe, private könne die staatliche Entwicklungsfinanzierung ersetzen. Doch solche solche Anleihen seien nur in wenigen, vor allem dienstleistungsorientierten Bereichen, einsetzbar. Zum Beispiel bei der Arbeitsmarktintegration, wo man die Ergebnisse klar messen könne, so Herkenrath.

In der Entwicklungszusammenarbeit dagegen verstehe man unter einem Social Impact langfristige Veränderungen wie politischen Wandel. Für sinnvolle Entwicklungshilfe sei zudem Bemächtigung (Empowerment) essentiell: Die Begünstigten sollen befähigt werden, für ihr Recht einzustehen, sich selber organisieren zu können. "Das könne man nicht messen", betonte Herkenrath.

Er hoffe, dass sich die Entwicklungsorganisationen nicht gedrängt fühlten, sich nur noch nach der Logik der Messbarkeit auszurichten, um an diese Mittel zu kommen.

Private könnten einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie ihr Unternehmen sozial und nachhaltig ausrichteten und die Steuern zahlten, wo die Gewinne anfallen.

UBS-Präsident zerstreut Bedenken

Angesprochen auf die Bedenken sagte UBS-Präsident Weber, die UBS sehe die private Finanzierung nur als Ergänzung zur staatlichen Entwicklungshilfe.

Die Uno schätzt, dass bis 2030 jährlich 2,5 Billionen Dollar fehlen, um die Entwicklungsziele der Agenda 2030 zu erreichen. Die Vereinten Nationen hatten 2015 insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) beschlossen, die bis 2030 erreicht werden sollen.

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