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Über 1000 Sans-Papiers profitierten im Kanton Genf von "Papyrus"

Mario Gattiker, Staatssekretär des Staatssekretariats für Migration, verfolgt das Projekt "Papyrus" mit grossem Interesse, wie er am Dienstag dem Genfer FDP-Regierungsrat Pierre Maudet (rechts) versicherte.

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

(sda-ats)

Im Kanton Genf haben bisher über 1000 Sans-Papiers vom Programm "Papyrus" profitiert. Sie erhielten unter strengen Auflagen und mit dem Einverständnis des Staatssekretariats für Migration (SEM) einen geregelten Aufenthaltsstatus.

Der Kanton Genf hatte das schweizweit einzigartige Projekt "Papyrus" im Februar 2017 Jahr lanciert. Am Dienstag zogen der Genfer Wirtschafts- und Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) und das SEM nach einem Jahr eine positive Zwischenbilanz.

Bisher hätten 1093 Sans-Papiers unter strengen Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung B erhalten, gab Maudet bekannt. Bis zum Abschluss des Projektes Ende Dezember 2018 dürfte die Zahl der Personen mit geregeltem Aufenthalt 2000 erreichen.

Unter den bisher anerkannten Personen befinden sich mehrheitlich Familien, darunter ungefähr 400 Kinder. Zu einem grossen Teil hätten Frauen vom Projekt "Papyrus" profitieren können. Viele von ihnen stammen laut einer Studie der Universität Genf aus Lateinamerika und arbeiteten im Sektor Hauswirtschaft, wo es besonders häufig zu Schwarzarbeit und Lohndumping kommt.

Strenge Kriterien

Unter den geprüften Dossiers wurden bisher erst vier abgelehnt. Grund war die kriminelle Vergangenheit der Personen. Sie wurden ausgeschafft.

Mario Gattiker, Staatssekretär des Staatssekretariats für Migration in Bern, betonte, dass jeder einzelne Fall die Zustimmung des SEM erfordere. Das Projekt "Papyrus" sei ein "interessanter Weg". Es werde sowohl auf nationaler als auch auf kantonaler Ebene stark beachtet. Manche hätten Befürchtungen und wollten das Ganze einstellen, während andere darüber diskutierten, ähnliche Projekte zu lancieren.

Instrument gegen Schwarzarbeit

Um von einer Regularisierung profitieren zu können, müssen die Gesuchsteller strenge Kriterien erfüllen, wie Gattiker in Erinnerung rief. So muss eine Familie mit Kindern beispielsweise mindestens fünf Jahre dauerhaft in Genf wohnhaft gewesen sein. Personen ohne Kinder müssen seit zehn Jahren im Kanton Genf gewohnt haben. Ausserdem wird vorausgesetzt, dass die Gesuchsteller finanziell unabhängig sind.

Das Programm "Papyrus" erlaube es sehr verletzlichen Personen aus einer ungewissen Situation herauszukommen, unterstrich Maudet. Ausserdem sei das Projekt ein effizientes Instrument, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen.

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