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In Afghanistan kämpfen sich die Menschen durch die Schneemassen.

KEYSTONE/EPA/GHULAM MUSTAFA

(sda-ats)

Bei einer Serie von Lawinenabgängen sind in Afghanistan mehr als hundert Menschen getötet worden. Allein in einem Dorf der Provinz Nuristan im Osten des Landes bargen Helfer die Leichen von mindestens 50 Verschütteten.

In knapp zwei Dutzend weiteren Provinzen kamen 54 weitere Menschen durch Lawinen und die klirrende Kälte ums Leben. Im benachbarten Pakistan starben mindestens 13 Menschen.

Nach tagelangem heftigen Schneefall waren am Wochenende im ganzen Land zahlreiche Lawinen abgegangen. Sie begruben ganze Dörfer unter sich und machten viele Strassen unpassierbar. Nur mit Mühe gelang es den Rettungsteams, zu den abgelegeneren Gebieten vorzudringen. Sie rechneten damit, dass die Zahl der Opfer weiter ansteigen wird.

Nach Angaben des Sprechers des Katastrophenschutzministeriums. Mohammad Omar Mohammadi, begruben die Lawinen im Bezirk Bargmatal in der entlegenen Provinz Nuristan am Sonntag zwei Dörfer komplett unter sich. Retter hätten aus dem einen Dorf die Leichen von 50 Bewohnern geborgen, sagte Mohammadi der Nachrichtenagentur AFP. Das zweite Dorf aber hätten sie noch nicht einmal erreichen können.

Dramatisch war auch die Lage in der benachbarten Provinz Badachschan. Dort wurden 18 Menschen getötet, deren Häuser von einer Lawine verschüttet worden waren. Dutzende weitere waren demnach noch von den Schneemassen eingeschlossen. Die Rettungsteams bemühten sich, zu ihnen vorzudringen. In der nördlich von Kabul gelegenen Provinz Parwan kamen mindestens 16 Menschen ums Leben.

Selbst aus der üblicherweise schneefreien Provinz Kandahar im Süden Afghanistans wurde Schneefall gemeldet. Die afghanische Regierung erklärte den Sonntag zum Urlaubstag, alle Schulen des Landes blieben daraufhin geschlossen.

Schnee und Regen in Pakistan

Auch Pakistan leidet seit Tagen unter heftigem Schnee und Regen. Nach Angaben einer Zivilschutzsprecherin der Grenzprovinz Khyber Pakhtunkhwa verschüttete eine Lawine am frühen Morgen acht Häuser des Dorfes Shershal; für vier Frauen, vier Kinder und einen Mann kam jede Rettung zu spät. In derselben Gegend wurden ein Soldat und eine Grenzwache von einer zweiten Lawine getötet.

Im Stammesgebiet Khyber starben drei Kleinkinder und zwei Frauen wurden verletzt, als das Dach ihres Hauses nach heftigem Regen über ihnen einstürzte.

In der Provinz hatte es zuvor tagelang heftig geschneit. Einige Gebiete waren von einer 1,20 Meter hohen Schneedecke bedeckt. Viele Strassen waren blockiert, der Regionalflughafen von Chitral musste seinen Betrieb einstellen, in der gesamten Region fiel der Strom aus. In den am schwersten betroffenen Orten wurden Nahrung und Arzneimittel knapp.

Tödliche Lawinen sind in den bergigen Regionen Afghanistans und Pakistans keine Seltenheit. Besonders in Afghanistan scheitern Rettungseinsätze oft an mangelnder Ausrüstung.

Trotz Milliarden Dollar an Hilfsgeldern seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban im Jahr 2001 bleibt das konfliktgeplagte Land eines der ärmsten der Welt. Erst im Januar waren im Norden Afghanistans 27 kleine Kinder bei klirrender Kälte und heftigem Schneefall ums Leben gekommen.

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SDA-ATS