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Überfällige Basler Museumsstrategie da - mehr Freiheiten

Leuchtturm der Basler Museumslandschaft ist das Kunstmuseum, das auch in der am Mittwoch vorgestellten Museumsstrategie im Fokus steht: Sein Budget dürfte angesichts von Fehlkalkulationen im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau (links im Bild) künftig steigen.

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Die staatlichen Basler Museen werden weder ausgelagert noch einer gemeinsamen Direktion unterstellt. Mit der am Mittwoch präsentierten Museumsstrategie gibt die Regierung den fünf Häusern per Globalbudget mehr Spielraum.

Auf die staatlichen Museen entfallen (Stand 2016) knapp 41 Prozent der baselstädtischen Kulturausgaben: Das Kunstmuseum erhielt 17,2 Millionen aus der Staatskasse, das Historische Museum 9,8 Millionen, das Museum der Kulturen 8,3 Millionen, das Naturhistorische Museum 7,9 Millionen Franken und das Antikenmuseum 5,3 Millionen Franken.

Doch dem Kunstmuseum fehlt seit der Eröffnung des Erweiterungsbau im Jahr 2016 knapp eine Million, und auch das Historische Museum hat ein Loch in der Kasse. Unmut wurde immer lauter, und Kommissionen des Parlaments forderten mit einer Beschlussstreik-Drohung zu Museumsprojekten die seit 2009 bestellte Museumsstrategie zwecks Klärung noch 2017 ein.

Mehr Verantwortung für Direktionen

Das Versprechen eingelöst hat jetzt die seit Februar amtierende Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann, der auch die Kultur untersteht. Eine Auslagerung der Staatsmuseen komme nicht in Frage wegen der im Laufe der Zeit zusammengekommenen enormen Werte, die dem Gemeinwesen gehörten, erklärte sie vor den Medien.

Nach persönlichen Gesprächen mit den Museumsdirektionen habe sie eingebracht, die Jahresbudgets durch Vierjahres-Globalbudgets abzulösen. Damit bekämen die Häuser, bei denen ja die Fachkompetenz vorhanden sei, innerhalb der Leistungsaufträge mehr Spielraum. Sie könnten so etwa einfacher Rücklagen bilden für teure Ausstellungen.

Die Vierjahresbudgets seien "der entscheidende Punkt" für die Selbständigkeit der Museen, sagte Ackermann. In der Pflicht sieht sie die Direktionen: Kunst- und Historisches Museum haben neue Chefs, bei letzterem erfolgte der Wechsel mit Getöse. Falsch wäre eine Zusammenlegung; die Museen seien "sinnvolle fünf Einheiten".

Künftige Kosten offen

Neue Zahlen waren kaum zu hören. Noch stehen Betriebsanalysen für alle kantonalen Museen aus: Jene für das Kunstmuseum soll vor dem nächsten Budget bis im Sommer vorliegen; jene für das Historische Museum ist dann die zweitdringlichste. Laut Ackermann ist schon "absehbar", dass die Budgetlücke des Kunstmuseums gestopft wird.

Zu Standortfragen gab es nichts neues. Am Neubauprojekt für das Historische Museum beim Bahnhof St. Johann hält die Regierung fest; die Bauvorlage soll im Sommer ins Parlament kommen. Fällt der Neubau durch, drohen Probleme, da der alte Standort im Berri-Bau auf dem Münsterhügel dringend saniert und dafür jahrelang geschlossen werden muss.

Für private Museen fokussiert die Museumsstrategie Staatsbeiträge künftig auf Kunst, Architektur und lokale Geschichte. Das sind schlechte Neuigkeiten für das seit Jahren am Abgrund wankende Schweizer Sportmuseum, das ab 2019 kein Geld vom Kanton mehr bekommen soll. Hingegen könnte der Kanton beim Architekturmuseum auslaufende Bundesgelder ablösen.

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