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Nach dem Angriff von nepalesischen Sherpas auf den Schweizer Ueli Steck im Mount Everest haben die am Streit Beteiligten eine Vereinbarung unterzeichnet. Diese hält fest, dass die Begegnung von Stecks Dreiergruppe und den Sherpas ein "unglücklicher Zufall" war.

Dies sagte Ueli Steck in einem Interview mit dem "Migros-Magazin", das seine Expedition zum Everest publizistisch begleitet. Das Interview wurde am Mittwoch im Internet veröffentlicht. Am Montag hätten sich Vertreter beider Seiten im Basislager zu einem Gespräch getroffen, sagte Steck.

Verbindungsoffiziere hätten das Treffen geleitet. Gemäss dem unterschriebenen Text "haben beide Seiten das Recht, am Berg zu sein". Ebenso ist festgehalten, dass sich ein Vorfall wie der Angriff vom Samstag nicht wiederholen dürfe. Auseinandersetzungen müssten offiziell über den Verbindungsoffizier geregelt werden.

Steck nannte das Papier einen "Schritt vorwärts", aber "sicher nicht die Lösung des Problems". Der Hass, der sich innert kürzester Zeit aufgebaut habe, rühre nicht von der einzelnen Situation am Berg her, sondern habe sich über die Jahre aufgebaut.

Der handgreifliche Streit ereignete sich am Sonntag in der Nähe des Camps 3 auf 7470 Metern. Steck, der italienische Bergsteiger Simone Moro und der britische Fotograf Jonathan Griffith waren von einer Gruppe Sherpas angegriffen worden.

Zur Ursache des Streits gibt es unterschiedliche Darstellungen: Ein anonymer Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, Steck und seine Begleiter hätten eine Anweisung der Sherpas nicht beachtet. Auch ein Vertreter des Trekking-Veranstalters, der den Aufstieg organisiert hatte, sprach von einem Fehlverhalten der Bergsteiger.

Ueli Steck dagegen bekräftigte im Interview, keinen Fehler gemacht zu haben. Angesichts eines aggressiv gewordenen und mit Eispickeln fuchtelnden Sherpas habe Moro "ein paar Fluchwörter" ausgesprochen, räumte Steck ein. Moro habe sich dafür entschuldigen müssen. Von Beschimpfungen berichteten gegenüber Medien auch Augenzeugen.

Steck führte den Zwist auf kulturelle Differenzen zwischen Westlern und Einheimischen zurück. "Man wollte uns umbringen", sagte er im Interview. Sein grosses Glück sei gewesen, dass sich die US-Bergsteigerin Melissa Arnot zwischen ihn und die rund 100 Sherpas gestellt habe, die auf ihn losgegangen seien.

Dem Sender ABC sagte Arnot laut der Nachrichtenagentur AFP, die Bergsteiger aus Europa hätten sich falsch verhalten. Die Sherpas hätten bei der Kommunikation Fehler gemacht.

Steck sagte im Interview zudem, er habe seine 16. Expedition im Himalaya abgebrochen. Ihm sei nun wichtig, "auf die Problematik aufmerksam zu machen". Sherpas regelten Probleme anders als es in der westlichen Welt üblich sei. "Selbstjustiz ist in Nepal noch sehr alltäglich, vor allem untereinander."

Die nepalesische Polizei kündigte am Montag eine Untersuchung der Vorfälle an.

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SDA-ATS