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Schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Armee: Gemäss der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) soll die Armee die international geächteten Streubomben abgefeuert haben. Eine dieser Bomben soll in Donezk den Schweizer IKRK-Mitarbeiter getötet haben.

Zwar hätten Untersuchungen über die Todesursache des Delegierten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) noch keine abschliessenden Ergebnisse geliefert, heisst es in dem am Montagabend veröffentlichten HRW-Bericht. Doch der Mann habe sich zu dem Zeitpunkt vor dem IKRK-Büro in Donezk aufgehalten, als die Bomben einschlugen.

Seine Leiche sei zwischen zwei Kratern gefunden worden, die auf die Explosion von Streubomben-Sprengsätzen hinwiesen. Insgesamt habe HRW an diesem Tag fünf Abwürfe von Streubomben in der umkämpften Stadt dokumentiert. Aufgrund der Untersuchungen müsse davon ausgegangen werden, dass die Bomben aus den von der Regierung kontrollierten Dörfern abgeschossen wurden.

Streubomben zerteilen sich vor dem Aufprall in viele kleinere Sprengsätze. Sie verminen damit praktisch ganze Landstriche. Vor allem Kinder werden oft auch noch Jahre nach dem Abwurf zu Opfern, wenn die Munition explodiert.

Sechs Menschen getötet

Während der wochenlangen Untersuchung habe HRW Hinweise auf den weitverbreiteten Einsatz von Streubomben in mehr als einem Dutzend Orte gefunden. Dabei seien mindestens sechs Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die tatsächliche Opferzahl dürfte jedoch noch höher sein, hiess es.

Zwar liesse sich zwar bei vielen der Angriffe nicht eindeutig feststellen, wer die Streubomben abgefeuert habe, heisst es in dem Bericht weiter. Doch "die Beweise deuten bei mehreren Angriffen darauf hin, dass ukrainische Regierungstruppen verantwortlich waren". Gleichzeitig gebe es auch Hinweise, dass pro-russische Rebellen die geächteten Bomben eingesetzt hätten.

Konvention nicht unterzeichnet

Mark Hiznay, Waffenexperte bei HRW, sagte, es sei schockierend, dass Waffen, die von den meisten Ländern der Welt verboten worden seien, bei den Kämpfen im Osten der Ukraine so umfangreich eingesetzt würden.

"Streubomben in bewohnten Gebieten abzuwerfen, ist schlichtweg verantwortungslos und diejenigen, die die Befehle dazu gegeben haben, müssen zur Rechenschaft gezogen werden".

Die Regierung in Kiew wies die Vorwürfe zurück. "Diese Beschuldigungen sind unbegründet", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew, Bogdan Senik. Die internationale Konvention zum Verbot von Streubomben von 2008 wurde von 113 Staaten unterzeichnet, nicht jedoch von der Ukraine, Russland und den USA.

http://www.hrw.org/news/2014/10/20/ukraine-widespread-use-cluster-munitions

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SDA-ATS