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Der Nummer-1-Draft Nico Hischier startet am Samstagabend mit den New Jersey Devils in seine erste NHL-Saison. Die hohen Erwartungen scheinen an ihm abzuprallen.

"Ich bin sehr gespannt auf das Spiel", sagte Hischier am Telefon 50 Stunden vor seiner Premiere in der NHL, bei der auch seine Eltern zugegen sein werden. Wie sieht es mit der Nervosität aus? "Jetzt geht es noch." Kurz vor der Partie werde er schon etwas nervös sein, aber nach dem ersten Einsatz sei er im Spiel drin.

Diese Unaufgeregtheit ist eine der grossen Stärken des 18-jährigen Wallisers. Dabei sind die Erwartungen an ihn immens. Hischier ist der erste Nummer-1-Draft überhaupt der Devils, die zuletzt fünfmal hintereinander die Playoffs verpasst haben und in der vergangenen Saison das schlechteste Team der Eastern Conference gewesen sind. Er ist quasi die Symbolfigur, mit der die Wende zurück zum Erfolg geschafft werden soll. "Es ist klar, dass der Fokus in der ersten Partie auf mich gerichtet ist", erklärte Hischier. "Es ist aber ein Teamsport. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft viel gewinnen."

Abheben ein Fremdwort

Letztere Aussage ist zwar eine viel bemühte Floskel. Sie passt aber zu ihm. Er ist keiner, der sich in den Vordergrund stellt, abheben ist für ihn ein Fremdwort. Dabei hätte er durchaus Grund dazu gehabt, hat er doch einen rasanten Aufstieg hinter sich. Als er sich im vorletzten Sommer dazu entschied, zum kanadischen Juniorenteam Halifax Mooseheads zu gehen, war seine einzige Absicht zu zeigen, dass er ein guter Spieler ist. Die NHL war zu diesem Zeitpunkt noch weit weg, nicht mehr als ein Traum, der mittelfristig wahr werden sollte.

Hischier schlug aber nicht nur bei Halifax ein, er brillierte auch an der U20-Weltmeisterschaft in Montreal und Toronto mit vier Toren und drei Assists. Das mediale Interesse an ihm stieg stetig. Die immer gleichen Fragen beantwortet er jedoch mit einer Professionalität, als wäre er schon ein Routinier. Nach dem Draft tauchte er dann endgültig in eine neue Welt ein und präsentierten ihn die Devils voller Stolz. Unter anderem erhielt ein Sandwich seinen Namen. Hischier genoss diese Zeit zwar sehr, nach seiner Rückkehr in die Schweiz legte er den Fokus aber sofort auf die Saisonvorbereitung. Auch das ist typisch für ihn: Er ist enorm zielstrebig, liebt es einfach, Eishockey zu spielen.

Dazjuk als Vorbild

Dass Hischier ein grosses Talent ist, zeigte sich schon früh. Er verfügt über eine Fähigkeit, die nur wenige besitzen: Er versteht es, seine Mitspieler besser zu machen. Ausserdem hat er bereits ein ausgeprägtes defensives Gewissen. Sein Spiel ist inspiriert von Pawel Dazjuk. "Er war defensiv der Beste der Liga und hat viele Turnovers erzwungen. Dennoch kreierte er in der Offensive viel für seine Teamkollegen. Genau so möchte ich auch spielen", schrieb er in einem Beitrag für "The Players Tribune". Insofern passt es perfekt, dass Hischier wie Dazjuk die Nummer 13 trägt.

Die Devils haben ihn aber nicht nur wegen seinen spielerischen Fertigkeiten als Nummer 1 gezogen, sondern auch, weil er eine starke Persönlichkeit ist, die sich gut verkaufen lässt. Wie er funktioniert, unterstreicht eine Anekdote. Bei einem Zusammenzug einer Schweizer Junioren-Auswahl steigt er aus dem Bus und fragt: "Was ich kann ich helfen?" Schlussendlich trägt er die Massage-Liege und stellt diese noch auf - und dies als Star des Teams.

"Jedes NHL-Team ist sehr gut"

Und nun also geht ein Traum für ihn in Erfüllung. Hischier scheint für den Saisonstart gerüstet zu sein. In der Vorbereitung erzielte er in sämtlichen vier Spielen ein Tor und liess sich zudem drei Assists gutschreiben. "Ich konnte Selbstvertrauen tanken", sagte Hischier, um dann gleich anzuhängen, dass ihm die Mitspieler sehr geholfen hätten. Ausserdem betonte er, dass die Vorbereitung nicht mit der richtigen Saison zu vergleichen sei. "Dann wird es noch schneller und intensiver." Da ist sie wieder, die Bescheidenheit.

Hischier ist "sehr froh", mit Verteidiger Mirco Müller einen weiteren Schweizer im Team zu haben. "Das ist ein Vorteil für mich. Er weiss, wie es in der NHL läuft." Was traut er New Jersey zu? "Ich finde, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben. Allerdings ist jedes Team in der NHL sehr gut, kleine Sachen machen den Unterschied aus. Wir schauen nicht zu weit voraus, nehmen Spiel für Spiel."

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SDA-ATS