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Unia gegen "faktische Abschaffung" von Pausen im SECO-Merkblatt

Dieser Inhalt wurde am 23. Oktober 2009 - 11:46 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Die Unia läuft Sturm gegen ein neues Merkblatt des Bundes zum Arbeiten an Arbeitsplätzen ohne natürliche Beleuchtung und ohne Sicht ins Freie. Die Tipps des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) sind aus Sicht der Gewerkschaft gesundheitsschädigend.
Konkret geht es um ein im September verschicktes Merkblatt zuhanden des Detailhandels mit dem Titel "Ständige Arbeitsplätze mit eingeschränkter bzw. ohne natürliche Beleuchtung und/oder ohne Sicht ins Freie". Dieses soll die SECO-Wegleitung zur Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz zum gleichen Thema ergänzen.
In Tat und Wahrheit widerspreche das Merkblatt "dem Sinn und Geist der gültigen Wegleitung diametral", kritisierte die Unia vor den Medien in Bern. Stein des Anstosses sind die in der Wegleitung erwähnten zusätzlichen Pausen von mindestens 20 Minuten pro Halbtag zulasten des Arbeitgebers für Verkaufspersonal, das ohne Tageslicht und ohne Sicht ins Freie arbeiten muss.
Im Merkblatt sind diese nicht mehr explizit erwähnt, das SECO schreibt von "bewilligtem, periodischem und bewusstem Tanken von Tageslicht und Sicht ins Freie". Für die Gewerkschaft bedeutet dies: "Die zusätzlichen Pausen werden faktisch abgeschafft."
Dies sei nicht nur ein Affront gegenüber dem Verkaufspersonal, sondern auch eine Verschlechterung des Gesundheitsschutzes. Ein Rechtsgutachten, das die Unia zum Merkblatt erarbeiten liess, untermauere ihre Vorwürfe, heisst es weiter. Die Gewerkschaft fordert deshalb vom SECO den Rückzug des Merkblattes.

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