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Laut einem Bericht des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF zur Situation der Kinder in 29 untersuchten Industrienationen liegt die Schweiz insgesamt auf Platz 8. In dem am Dienstag in Genf publizierten Ländervergleich schnitt sie insbesondere im Bildungsbereich unterdurchschnittlich ab.

Für den Ländervergleich von 29 Industriestaaten wurden fünf Bereiche untersucht, die alle einen Einfluss auf Wohlbefinden und Entwicklung von Kindern unter 18 Jahren haben, namentlich die Wohnsituation, der materielle Wohlstand, Gesundheit und Sicherheit, die Risikobereitschaft sowie die Bildung.

Klassenbeste sind die Niederlande, gefolgt von Norwegen, Island, Finnland und Deutschland. Die hintersten Ränge gehen an die USA, Litauen, Lettland und Rumänien (Rang 29).

Die südeuropäischen Länder sind Opfer der Krise: Griechenland belegt Rang 25, Italien Rang 22. Spanien ist innerhalb von zehn Jahren von Platz 5 auf Platz 19 zurückgefallen. Portugal ist als 15. platziert.

Folgen der europäischen Krise

"Die Auswirkungen der Krise in Europa geben uns zu denken", sagte UNICEF-Mitarbeiter Chris de Neubourg bei der Präsentation der Studie. Er hob zuerst die erheblichen Verbesserungen hervor, die in den letzten zehn Jahren hinsichtlich Wohlbefinden der Kinder erzielt worden seien.

"Die Schuldenreduktion darf nicht auf Kosten von Investitionen für die Jugend erfolgen", mahnte de Neubourg sodann. Denn das gefährde die wirtschaftliche Zukunft eines Landes. "Wenn wir Sparmassnahmen ergreifen, müssen wir darauf achten, dass die Kinder möglichst von ihnen verschont bleiben", sagte er.

Kinderarmut auch in reichen Ländern

Die Autoren weisen im Bericht auch darauf hin, dass das Bruttosozialprodukt eines Landes wenig über die Kinderarmut aussagt. "In einem reichen Land ist die Lage der Kinder nicht automatisch besser als in einem ärmeren", schreibt UNICEF.

So sind etwa im krisengeschüttelten Portugal relativ gesehen weniger Kinder von Armut betroffen als in den USA. Die Schweiz rangiert im Bereich "materieller Wohlstand" auf Platz 9. Laut UNICEF sind in der Schweiz 9,4 Prozent der Kinder - also rund jedes zehnte - von Armut betroffen.

Das grösste Problem der Kinderarmut sei, dass die betroffenen Kinder die Konsequenzen dieser Ungleichheit ein Leben lang spürten: Mangelnde finanzielle Mittel beeinflussten nicht nur das Entwicklungspotential, sondern auch die Sozialisation und die Bildungsmöglichkeiten des Kindes.

Gleichzeitig zeige der Ländervergleich, dass Kinderarmut nicht unvermeidbar sei, sondern "massgeblich von politischen Entscheidungen beeinflusst" werde, schreibt UNICEF.

Schweiz bei "Wohnsituation" auf Platz 1

Insgesamt ist die Schweiz im Vergleich zu 2011 im UNICEF-Ranking um drei Plätze nach vorne gerückt, vom damals 11. zum 8. Rang. In der Rubrik "Wohnsituation und Umwelt" belegt sie den ersten Platz. In den Bereichen "Gesundheit und Sicherheit" sowie "Verhalten und Risikobereitschaft" belegt sie jeweils den 11 Rang.

Am schlechtesten schneiden die Schweizer Kinder mit Platz 16 im Bildungsbereich ab. Die Autoren erklären diesen Umstand unter anderem mit der niedrigen Einschulungsquote von Schweizer Kindern im Vorschulalter (Frühförder- und Vorschulangebote). Dieser Faktor wirkt sich laut den Autoren allerdings nicht zwingend negativ auf den weiteren Bildungsverlauf ab.

Schweizer Kinder kiffen mehr

Gute Noten erhalten Schweizer Kinder und Teenager unter anderem, weil sie die niedrigste Schwangerschaftsrate aufweisen (Platz 1) und für ihr gesundes Körpergewicht (Platz 2).

Schlechte Noten erteilt UNICEF den Kindern in der Schweiz in der Kategorie "Risikoverhalten" in den Fächern "körperliche Betätigung" (Platz 26) sowie beim Cannabis-Konsum (Platz 28).

Schliesslich kommt der UNICEF-Bericht zum erfreulichen Schluss, dass 87 Prozent der befragten Kinder in der Schweiz mit ihrem Leben zufrieden sind. Darin werden sie einzig von den niederländischen Kindern übertroffen (95 Prozent). Am unglücklichsten sind die Kinder nach eigenen Angaben in Polen und Rumänien.

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SDA-ATS