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UNO: Afghanischer Drogenhandel hat verheerende Auswirkungen

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2009 - 21:11 publiziert
(Keystone-SDA)

Wien - Die radikalislamischen Taliban verdienen heute mehr Geld mit dem internationalen Handel afghanischer Drogen als in den 1990er Jahren als sie an der Macht waren. Dies geht aus einem neuen Bericht der UNO-Agentur für Drogen und Kriminalität (UNODC) hervor.
Mittlerweile nähmen die Taliban und andere Aufständische in Afghanistan zwischen 90 und 160 Millionen US-Dollar pro Jahr ein, vor zehn Jahren seien es noch zwischen 75 und 100 Millionen gewesen, heisst es in dem Bericht, der in Wien veröffentlicht wurde.
"Die direkte Beteiligung der Taliban am Opiumhandel erlaubt es ihnen, eine Kriegsmaschinerie zu finanzieren, die technologisch immer komplexer und umfassender wird", sagte UNODC-Direktor Antonio Maria Costa.
Der Bericht will zudem die verheerenden Auswirkungen aufzeigen, die der Opium- und Heroinhandel unter anderem auf die Konsumenten in Europa, Russland, Indien, China und die Balkan-Staaten hat. So fielen heute jedes Jahr mehr Russen den afghanischen Drogen zum Opfer (30'000 pro Jahr) als Soldaten der Roten Armee im gesamten zehnjährigen Afghanistan-Krieg gestorben seien.
In den NATO-Ländern sterben jedes Jahr 10'000 Menschen an einer Überdosis afghanischer Drogen - das seien fünfmal mehr als die Gesamtzahl von NATO-Soldaten, die in Afghanistan in den vergangenen acht Jahren ums Leben gekommen sind.
In Zentralasien habe der Drogenkonsum hingegen eine HIV-Epidemie ausgelöst. "Opium hat seit der grossen Zeit der Abhängigkeit in China vor 100 Jahren nicht mehr so viel Leid ausgelöst", erklärte Costa.
Allein die in Afghanistan jährlich hergestellte Menge Opium von knapp 7000 Tonnen reiche aus, um den Bedarf weltweit - rund 5000 Tonnen - bei weitem zu decken. Fast 90 Prozent des Opiums weltweit komme aus Afghanistan.

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