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Ein Mann aus Nigeria eingesperrt in einem Flüchtlingslager in Libyen: Die UNO spricht von "scheusslichen" Bedingungen, die in den Einrichtungen herrschen. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/MANU BRABO

(sda-ats)

UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi hat Libyen zur Freilassung internierter Flüchtlinge und Asylbewerber aufgerufen. Grandi äusserte sich am Sonntag beim Besuch eines Migrantenlagers in Tripolis "schockiert über die schwierigen Bedingungen".

In solchen Lagern hält Libyen tausende Flüchtlinge fest, die auf dem Weg in die EU abgefangen wurden, teilweise auch im Mittelmeer. Viele von ihnen stammen aus Syrien oder Somalia.

Grandi sagte, er verstehe zwar die Sicherheitsbedenken des libyschen Staates. Er betonte aber: "Kinder, Frauen und Männer, die bereits viel gelitten haben, sollten nicht solche Schwierigkeiten ertragen müssen." Es müssten "andere Lösungen" für die Menschen gefunden werden, die vor Konflikten wie in Syrien und Somalia auf der Flucht seien.

Der Nachrichtenagentur AFP sagte Grandi, die Bedingungen in den Lagern in Libyen seien "entsetzlich", die sanitären Bedingungen "scheusslich". "Menschen schlafen aufeinander", sagte Grandi. Er hoffe, dass die Flüchtlinge die Lager verlassen könnten.

Hilfe auf kommunaler Ebene

Selbst in einer "politisch und militärisch schwierigen Situation" müsse Libyen bis auf die kommunale Ebene hinab geholfen werden, sagte der UNO-Flüchtlingskommissar. Grandi forderte eine stärkere Präsenz und mehr Aktivität der UNO-Organisationen. In diesem Zusammenhang äusserte Grandi auch Besorgnis angesichts einer Zunahme der Zahl der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer. "Deshalb müssen wir schnell handeln."

Die EU unterstützt Libyen, damit weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa kommen. Im Februar hatten sich die Staats- und Regierungschefs auf Malta auf einen Plan geeinigt, mit dem die teils elenden Zustände in den Lagern verbessert werden sollen.

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SDA-ATS