Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Beschwerlicher Weg zum Frieden: Kolumbianische Soldaten marschieren zu einem FARC-Lager, wo die Rebellen ihre Waffen abgegeben haben.

KEYSTONE/AP/FERNANDO VERGARA

(sda-ats)

Historischer Moment in Kolumbien: Nach über 50 Jahren des bewaffneten Kampfes hat die FARC-Guerilla alle Waffen den Vereinten Nationen übergeben. Die 6800 Kämpfer hätten alle zuvor registrierten 7132 Waffen übergeben, teilte die UNO am Montag (Ortszeit) mit.

UNO-Beobachter hätten die Waffen in ihre Obhut genommen. Ausgenommen davon seien lediglich einige Waffen, mit denen die Sicherheit in den Entwaffnungszentren gewährleistet werden soll.

Für Dienstag war ein offizieller Festakt zur symbolischen Beendigung der Waffenabgabe im Beisein der FARC-Führung und von Präsident Juan Manuel Santos im zentralkolumbianischen Mesetas geplant. Santos hatte für seine Bemühungen um ein Ende des jahrzehntelangen Konflikts 2016 den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen.

Die Waffen sollen eingeschmolzen und als Baumaterial verwendet werden für Friedensmahnmale in Kolumbien, in New York am Sitz der Vereinten Nationen und in Havanna, dem Ort der fast vierjährigen Friedensverhandlungen.

Seit Februar befinden sich die Kämpfer in 26 "Friedenscamps", wo sie den Übergang in ein normales Leben und die Gründung einer Partei vorbereiten. Dieser FARC-Partei sollen in den ersten Jahren zehn Sitze im Kongress garantiert werden. Die Guerilleros sehen sich vor allem als Anwälte der armen Landbevölkerung und fordern unter anderem eine gerechtere Landverteilung.

Entwaffnung verzögert

Eigentlich hätte die Entwaffnung der Guerilla schon Ende Mai abgeschlossen sein sollen. Der Prozess verzögerte sich aber, auch weil einige der vom Staat errichteten Camps nicht rasch genug fertig waren. Sie bestehen meist aus Containersiedlungen.

Mit der kleineren ELN-Guerilla gibt es noch keinen Waffenstillstand. Sorgen bereitet zudem, dass Paramilitärs und andere Banden in bisher von der FARC kontrollierten Gebieten die Kontrolle über den Drogenhandel übernehmen könnten.

Im kolumbianischen Konflikt starben seit 1964 mehr als 220'000 Menschen.

SDA-ATS