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Unter Mordverdacht stehender Ex-Abgeordneter stellt sich Polizei

Dieser Inhalt wurde am 10. Oktober 2009 - 06:01 publiziert
(Keystone-SDA)

Manaus/São Paulo - Ein unter Mordverdacht stehender brasilianischer Ex-Abgeordneter und TV-Moderator hat sich der Polizei gestellt. Wallace Souza soll Morde in Auftrag gegeben haben, um mit exklusiven Aufnahmen über die Verbrechen die Einschaltquote für seine "Crime-Show" zu erhöhen.
Ihm war erst in der vergangenen Woche das Mandat entzogen worden. Er war früher Polizist und einer der populärsten Parlamentarier im Bundesstaat Amazonas. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Medienberichten gegen ihn auch wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandels, Zeugenbestechung und illegalen Waffenbesitzes. Die Polizei hatte am Montag Haftbefehl gegen Souza erlassen, der anschliessend offenbar mehrere Tage abgetaucht war.
Die Vorwürfe gegen den Politiker waren seit Monaten in Polizeikreisen bekannt und Mitte August wieder hochgekocht. Auf sein Konto sollen mehrere Morde gehen. In einem Fall soll ein rivalisierender Drogenhändler liquidiert worden sein. Die Vorwürfe basieren unter anderem auf Zeugenaussagen eines früheren Leibwächters Souzas, der unter Mordverdacht festgenommen wurde. Der unter dem Spitznamen "Moa" bekannte Bodyguard nannte in seiner Vernehmung Details und Namen.
Nach seiner Darstellung waren die Kamerateams von Souzas Sendung "Canal Livre" oft vor dem Verbrechen am Tatort, weil Souza die Morde in Auftrag gegeben habe. Einige der Aufnahmen wurden dann in der Crime-Show gezeigt, die über Verbrechen im Staat Amazonas berichtete. Seiner Fernsehpräsenz verdankte Souza auch einen Teil seiner Popularität, die ihm bei der Wahl 2006 die meisten Stimmen als Abgeordneter einbrachte.

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