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Das Urteil gegen den geständigen Attentäter Anders Behring Breivik soll am 24. August verkündet werden. Bisher hatte es geheissen, dass die Gerichtsentscheidung zur Tötung von 77 Menschen durch Breivik möglicherweise am 20. Juli verkündet werde.

Am 22. Juli jähren sich die Anschläge im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utøya zum ersten Mal. Den nun definitiven Termin im August kündigte die Gerichtsvorsitzende Wenche Elizabeth Arntzen zum Ende des zehnwöchigen Verfahrens in Oslo an.

In seinem Schlusswort bezeichnete Breivik am Freitag seine zwei Anschläge mit 77 Toten als "barbarisch", aber gerechtfertigt. Mehrere dutzend Anwesende verliessen kurz zuvor den Saal, darunter Familien der Opfer und Überlebende der Anschläge.

Über seine Anschläge am 22. Juli 2011 sagte der 33-Jährige: "Ich habe für mein Volk, meine Religion und mein Land gehandelt." Zu seiner Zurechnungsfähigkeit sagte er: "35 von 37 hoch qualifizierten Leuten, die sich mit mir befasst haben, haben keine mentalen Störungen festgestellt."

Freispruch aus Notwehr

Breivik forderte einen Freispruch. Zuvor hatte die Verteidigung auf Freispruch wegen "Notwehr" plädiert. Sollte es zu einem Schuldspruch kommen, dann verlange er, dass Breivik als zurechnungsfähig eingestuft werde, sagte der Anwalt Geir Lippestad in seinem Schlussplädoyer.

Breivik handelte nach Angaben seines Anwalts bei den beiden Anschlägen am 22. Juli 2011 überlegt wie ein "zynischer Terrorist". Der Attentäter sieht sich im "Krieg" mit islamischen Kräften, die Europa erobern wollten. Damit begründete er ein "Notwehrrecht" zur Tötung von Menschen.

Sein Verteidiger erklärte zur Bestimmung des Strafmasses und zur Frage Haft oder Zwangspsychiatrie: "Wir plädieren für eine so milde Strafe wie möglich. Zeitlich begrenzte Haft ist milder als eine dauerhafte Zwangseinweisung."

Zum Tatmotiv erklärte der Verteidiger, Breivik habe vor elf Monaten nicht einfach so viele Menschen wie möglich töten wollen, sondern seine Opfer "gezielt politisch" ausgesucht.

Schlusswort von Betroffenen

Die Forderung des Verteidigers nach einem Freispruch wurde aus Prinzip gestellt, ohne realistische Chance auf Erfolg. Breivik hat nie bestritten, in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen getötet zu haben.

Zum Abschluss des Gerichtsverfahrens drückten Überlebende ihr Vertrauen in die Entscheidung der Justiz aus.

Die Regierungsbeamtin Sissel Wilsgård, die Breiviks Autobombe in der Nähe ihres Arbeitsplatzes im Osloer Regierungsviertel schwer verletzt überlebte, sagte vor Gericht: "Wir sind jetzt am Ende eines Gerichtsverfahrens angelangt, in dem alle rechtlichen und demokratischen Prinzipien sowohl für den Angeklagten wie auch für uns eingehalten worden sind".

SDA-ATS