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Washington - Ein US-Berufungsgericht hat ein Verbot der staatlichen Förderung der Stammzellenforschung vorübergehend ausgesetzt. Mit der Entscheidung solle die Justiz mehr Zeit bekommen, den Fall zu bewerten, erklärte ein Bundesgericht in der Hauptstadt Washington.
Die Aussetzung des Verbots sei aber keine Vorentscheidung darüber, ob die Forschung an embryonalen Stammzellen künftig dauerhaft staatliche Fördermittel erhält oder nicht.
Eine Klägergruppe um mehrere christliche Organisationen bemüht sich derzeit, die neue Politik von US-Präsident Barack Obama in der embryonalen Stammzellenforschung auf dem Rechtsweg zu blockieren.
Obama hatte im März vergangenen Jahres den Kurs seines Vorgängers George W. Bush in dieser umstrittenen Frage korrigiert: Er kündigte an, dass die Forschung an embryonalen Stammzellen in den USA wieder mit staatlichen Mitteln unterstützt werden solle.
Ende August dann hatten die Kläger in erster Instanz per Eilentscheidung einen vorläufigen Förderstopp erwirkt, bis ein Grundsatzurteil in dieser Frage gesprochen wird. Sie argumentieren, dass die derzeitige Praxis gegen Gesetze verstösst, nach denen es untersagt ist, Forschung finanziell zu unterstützen, bei der menschliche Embryos zerstört werden.
Ethisch umstrittenDas Weisse Haus hatte gegen den vor drei Wochen ausgesprochenen Förderstopp Berufung eingelegt. Die Regierung argumentiert, dieser Stopp könne Millionen schwer Kranken oder Verletzten, die von der Forschung profitieren könnten, "irreparablen Schaden" zufügen.
Forscher hoffen, dass embryonale Stammzellen in der Zukunft bei der medizinischen Behandlung schwerer Krankheiten möglicherweise als Ersatzmaterial dienen könnten.
Die Nutzung embryonaler Stammzellen ist aber ethisch stark umstritten, weil dazu Zellen aus Embryonen entnommen werden, die künstlich erzeugt wurden, dann aber keiner Frau eingepflanzt werden. Gegner der embryonalen Stammzellenforschung argumentieren, dass menschliches Leben bereits mit der Befruchtung der Eizelle beginne.

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SDA-ATS