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Die US-Justizbehörden beschlagnahmen definitiv rund 16 Mio. Dollar von der Bank Wegelin in den USA. Gegen die älteste Privatbank der Schweiz läuft seit Februar ein Strafverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

Die zuständige Bezirksrichterin in New York reichte am Dienstag (Ortszeit) eine Einziehungsverfügung für gut 16 Millionen Dollar ein, wie die US-Staatsanwaltschaft mitteilte.

Das Geld, das auf einem Konto bei der Wegelin-Korrespondenzbank UBS im US-Bundesstaat Connecticut gelegen hatte, war bereits im Februar beschlagnahmt worden. Es werde nun bei der US-Notenbank hinterlegt, liess sich der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara in der Mitteilung zitieren.

Die US-Staatsanwaltschaft wirft der Bank Wegelin vor, reichen Amerikanern geholfen zu haben, mindestens 1,2 Milliarden Dollar vor den Steuerbehörden zu verstecken. Das UBS-Konto sei von Wegelin sowie zwei weiteren, nicht namentlich genannten, Schweizer Banken genutzt worden, schreiben die US-Behörden.

"Klare Botschaft"

Mit der Beschlagnahmung will der zuständige Staatsanwalt Preet Bharara nach eigenen Angaben eine "klare Botschaft" senden: "Wenn eine ausländische Bank versucht, das US-Finanzsystem zum Waschen von schmutzigem Geld zu benutzen, wird sie den Preis dafür bezahlen."

Wegelin ist laut Mitteilung über die Beschlagnahmung der Gelder informiert worden, die Bank habe den Beschluss aber nicht angefochten. Wegelin selbst wollte am Mittwoch keine Stellung nehmen. Die Beschlagnahmung hat allerdings auf den Verlauf des Strafverfahrens keinen Einfluss.

Als die US-Behörden am 10. Februar das Strafverfahren gegen Wegelin eröffneten, erschien kein Vertreter der Wegelin Bank. Wegelin begründete das Nicht-Erscheinen damit, dass man die rechtlichen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Strafprozesses nach amerikanischem Recht als nicht erfüllt betrachte.

Inzwischen erklärte ein New Yorker Richter die St. Galler Privatbank als "flüchtig". Auch die drei einzeln angeklagten Wegelin-Banker befinden sich gemäss Angaben der US-Behörden auf freiem Fuss.

Im Wissen um die drohende Klage aus den USA hatte Wegelin eine Woche vorher das gesamte Nicht-US-Geschäft unter dem Namen Notenstein an die Raiffeisen-Gruppe verkauft.

Elf Schweizer Banken im Fokus

Die Anklage ist Teil eines US-Feldzugs gegen Steuerhinterziehung. Insgesamt sind in den USA bisher mindestens zwei Dutzend Schweizer Banker und Dutzende von US-Kunden angeklagt worden. Neben Wegelin stehen weitere zehn Schweizer Banken im Visier der Amerikaner.

SDA-ATS