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Loretta Lynch am Freitag vor den Medien in Chicago.

Keystone/AP/TERESA CRAWFORD

(sda-ats)

Die US-Justizbehörden haben der Polizei der drittgrössten Stadt der USA, Chicago, einen übertriebenen Einsatz von Gewalt vorgeworfen.

Der "übermässige" Einsatz von Gewalt verletze die Verfassung, besonders betroffen seien die von vielen Schwarzen und Hispanics bewohnten Stadtviertel von Chicago, sagte Justizministerin Loretta Lynch am Freitag bei der Vorstellung eines Berichts, der auf einer einjährigen Untersuchung durch die Bundesbehörden beruht.

Beim Vorgehen der Polizeibehörde der Stadt sei ein Muster der Anwendung exzessiver Gewalt zu erkennen. Es sei dabei zu Todesfällen gekommen. Die Gewaltanwendung sei weder angebracht noch verfassungsgemäss, heisst es in dem 161 Seiten starken Bericht.

Lynch beklagte Ausbildungsmängel bei der Polizei der drittgrössten Stadt des Landes nach New York und Los Angeles. Auch würden Fälle von Gewalteinsatz durch Polizisten im Nachhinein nicht hinreichend untersucht.

In Chicago gab es im vergangenen Jahr mehr als 760 Morde. Chicago war damit wieder zur Verbrechenshauptstadt der USA aufgestiegen.

Früher war Chicago als Stadt der Gangster in Verruf, inzwischen verbreitet sich auch der Vorwurf, unter den 12'000 Polizisten der Stadt gebe es eine zu hohe Gewaltbereitschaft und Rassismus.

Für grosses Aufsehen sorgte der Fall des 17-jährigen Laquan McDonald, der am 20. Oktober 2014 in Chicago von einem weissen Polizisten erschossen wurde. Videoaufnahmen zeigten, dass der Beamte 16 Mal auf den jungen Mann feuerte, der vor ihm weglaufen wollte. Nach der erzwungenen Veröffentlichung der Videoaufnahmen im November 2015 gingen tausende Menschen in Chicago auf die Strasse, der Polizeichef der Stadt wurde entlassen.

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SDA-ATS