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US-Künstler Ryan Mendoza baute das Haus von Rosa Parks im Garten seines Hauses im Stadtteil Wedding in Berlin wieder auf.

Keystone/AP/Markus Schreiber

(sda-ats)

Der in Berlin lebende US-Künstler Ryan Mendoza hat das Haus der schwarzen Bürgerrechts-Ikone Rosa Parks in seinem Hinterhof im Stadtteil Wedding aufgebaut. Das verwitterte Holzhaus stand zuvor in Detroit und war vom Abriss bedroht.

Für Ryan Mendoza war das Projekt "anfangs nur eine nostalgische Idee." Er sei auf der Suche nach einem Haus gewesen, "das dem meiner Familie ähnelt und für mich eine Brücke in die Heimat sein könnte", sagt der gebürtige New Yorker. "Aber es ist so viel mehr geworden - viel mehr, als ich mir je vorstellen konnte."

Vor einiger Zeit lernte Mendoza Rosa Parks Nichte Rhea McCauley kennen. Sie hatte das vom Verfall bedrohte Holzhaus ihrer Tante nach einer längeren Odyssee mühsam für 500 Dollar erstanden, fand aber niemanden, der ihr bei der Bewahrung helfen wollte. Sie bot es Mendoza an, den sie von anderen Kunstprojekten in Detroit kannte.

"Ich wollte, dass die Erinnerung an sie lebendig bleibt", sagt die 70-jährige Dame, die zur offiziellen Eröffnung des Projekts am Samstag erstmals nach Europa gereist ist. "Ich bin überglücklich. Hier können die Menschen sich an sie erinnern und ihre Gegenwart spüren."

Legendäre Weigerung im Bus

Dabei war für Rosa Parks der Einzug in das Haus alles andere als glücklich. Am 1. Dezember 1955 hatte die damals 42-jährige Afroamerikanerin in Montgomery, Alabama, einem fordernden Weissen den Sitzplatz im Bus verweigert.

Ihr mutiger Protest gegen die Trennung von Schwarz und Weiss wurde zum Katalysator der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Der damals noch wenig bekannte Baptistenprediger Martin Luther King organisierte mit ihr die ersten Protestmärsche.

Doch für Parks wurde das Leben in den Südstaaten zum Alptraum. Sie erhielt Morddrohungen, wurde mit Anrufen terrorisiert, ihr Mann erlitt einen Nervenzusammenbruch. Irgendwann blieb nichts anderes als der Umzug zu ihrem Bruder nach Detroit - in jenes Haus, das jetzt in Berlin steht und in dem sie von 1957 bis 1959 mit ihrem Bruder, Familie und 13 Kindern wohnte.

Von der Zeit gezeichnet, aber wetterfest und stabil erhebt sich das zweistöckige Häuschen nun in Mendozas Hinterhof. Selbst die Hausnummer 2672 und den Türklopfer gibt es noch, nur das Schloss ist neu. In monatelanger Arbeit hat der Künstler auf einem Betonfundament den Originalbau wieder erstellt, die Latten kamen per Schiff über den Atlantik.

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SDA-ATS