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In ungewöhnlich scharfen Worten haben die USA Pakistan zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen islamistische Rebellen aufgefordert. "Es ist schwierig, in Afghanistan Frieden zu schaffen, so lange es in Pakistan Rückzugsgebiete für Terroristen gibt", sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Kabul.

Die Situation bereite zunehmend Sorge "und uns geht die Geduld aus", sagte Panetta bei einem nicht angekündigten Besuch in der afghanischen Hauptstadt. Schon auf dem Flug von Neu Delhi nach Kabul erhob Panetta schwere Vorwürfe gegen das Haqqani-Netzwerk, das von Pakistan aus mit den fundamentalistischen Taliban in Afghanistan Anschläge verübe. Die Mitglieder dieses Netzwerkes seien "unsere Feinde", sagte Panetta.

Das der Al-Kaida und den Taliban nahestehende Haqqani-Netzwerk hat sich zu etlichen Anschlägen bekannt, darunter auf die US-Botschaft und das NATO-Hauptquartier in Kabul im vergangenen Jahr. Das von Pakistan aus operierende Terrornetzwerk gilt als vielleicht grösste Bedrohung für die Stabilität im Nachbarland Afghanistan.

Taliban besser organisiert als früher

In Kabul ergänzte Panetta nach einem Gespräch mit seinem afghanischen Amtskollegen Abdul Rahim Wardak, Washington sei "zunehmend beunruhigt" darüber, dass die Haqqani-Kämpfer in den pakistanischen Stammesgebiete nahe der Grenze zu Afghanistan "Unterschlupf" fänden. Pakistan müsse verhindern, dass "Terroristen" von seinem Staatsgebiet aus US-Truppen in Afghanistan angriffen.

Nach dem Doppel-Selbstmordanschlag von Kandahar, bei dem am Mittwoch 23 Menschen getötet und 50 verletzt worden waren, habe er den Eindruck, dass die Taliban "viel besser organisiert" seien als zuvor, sagte Panetta. Gleichzeitig vertrat er die Ansicht, dass es derzeit in Afghanistan weniger Gewalttaten gebe als in vorangegangenen Jahren.

Empörung von Karsai

Unterdessen sorgte ein Luftangriff der NATO in Afghanistan für Empörung. Nach Angaben örtlicher Behördenvertreter wurden bei einem Militäreinsatz im Osten des Landes 18 Gäste einer Hochzeitsfeier getötet. Der am Mittwoch erfolgte Angriff auf ein Haus in der Provinz Logar sei inakzeptabel, kritisierte Präsident Hamid Karsai in einer am Donnerstag in Kabul veröffentlichten Erklärung.

Die NATO hat bisher nur einen Helikoptereinsatz gegen Mitglieder der radikalislamischen Taliban und den Tod von Kämpfern bestätigt sowie ein Ermittlerteam nach Logar entsandt.

SDA-ATS