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USA veröffentlichen keine Fotos von Leiche Bin Ladens

Die USA werden keine Fotos von der Leiche des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden veröffentlichen. Präsident Barack Obama sagte am Mittwoch, eine Veröffentlichung würde ein nationales Sicherheitsrisiko heraufbeschwören.

Ein Sprecher des Weissen Hauses erklärte, Obama sei der Meinung, dass eine Veröffentlichung Auslöser für Gewalt sein könne - was der Präsident nicht wolle.

Die Regierung hatte tagelang beraten, ob sie die Aufnahmen freigeben solle. Skeptiker hatten zu bedenken gegeben, dass die Bilder "zu grauenhaft" seien, um sie zu veröffentlichen. Fürsprecher einer Veröffentlichung hingegen wollten der Öffentlichkeit damit einen eindeutigen Beweis erbringen, dass Bin Laden wirklich tot sei.

Justizminister verteidigt Tötung

Neben der Frage der Veröffentlichung von Fotos Bin Ladens sorgte auch die Erschiessung des Terroristenführers weiter für Diskussionen. Vor einem Senatsausschuss verteidigte US-Justizminister Eric Holder am Mittwoch die Tötung.

Falls sich Bin Laden hätte ergeben wollen, "hätten wir das akzeptieren sollen", sagte Holder. "Es gab aber keinen Hinweis, dass er das tun wollte. Deshalb war seine Tötung angemessen." Bin Laden sei ein "rechtmässiges militärisches Ziel" und die Kommandoaktion gegen ihn ein "Akt der nationalen Selbstverteidigung".

Die Aktion habe in Einklang mit den Gesetzen und den Werten der Vereinigten Staaten gestanden, sagte Holder. "Er war der Kopf der Al-Kaida, einer Organisation, die die Anschläge vom 11. September verübt hatte. Er hat seine Beteiligung gestanden."

Die USA räumten inzwischen allerdings ein, dass Bin Laden entgegen ersten Angaben nicht bewaffnet war, als er von den Navy Seals in der pakistanischen Stadt Abbottabad getötet wurde. Um Widerstand zu leisten, brauche man keine Schusswaffe, sagte ein Sprecher des Weissen Hauses.

Aufklärung gefordert

In Pakistan geriet die pakistanische Regierung nach Zweifeln des Auslands an ihrer Zuverlässigkeit auch innenpolitisch unter Druck. Am Mittwoch verlangten Politiker und Journalisten ungewöhnlich harsch Aufklärung über die Hintergründe der Tötung Bin Ladens.

Während die USA wissen wollen, wieso der Terrorist jahrelang offenbar unbemerkt in Abbottabad leben konnte, fragen viele Pakistaner, warum Regierung, Armee und Geheimdienst von dem Einsatz des US-Kommandos überrascht wurden. In pakistanischen Medien wurde der US-Einsatz vielfach als Verletzung der Souveränität gewertet.

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