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USA wollen nach Pannenserie Atomstreitkräfte reformieren

Die USA wollen ihr in die Jahre gekommenes Atomwaffenarsenal modernisieren und die Bedienungsmannschaften auf Vordermann bringen. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel teilte am Freitag in Washington mit, in den kommenden fünf Jahren würden die Ausgaben wahrscheinlich um zehn Prozent jährlich angehoben.

Auslöser dafür seien Untersuchungen, die eine Reihe systematischer Mängel aufgezeigt hätten, die die Sicherheit und Einsatzbereitschaft der Atomwaffen infrage stellen würden, sagte Hagel weiter.

Bei den Soldaten habe sich ein allgegenwärtiges Gefühl eingestellt, dass der Dienst bei den Nuklearstreitkräften kaum Karrierechancen biete, sagte Hagel mit Blick auf eine Serie von Zwischenfällen.

In den Untersuchungen wird empfohlen, die Führungsstrukturen zu reformieren, Verwaltungsaufgaben zu verringern, das Training zu verbessern und mehr Geld in die Ausrüstung zu investieren. Die Moral der Truppe müsse gehoben und Inspektionen müssten effektiver werden.

Mehr als 100 Verbesserungsvorschläge

Die Nuklearstreitkräfte sind nach den externen und internen Untersuchungen personell unterbesetzt, mangelhaft ausgestattet und abhängig von einer alternden und fragilen Infrastruktur. Insgesamt werden in den beiden Berichten über 100 Empfehlungen abgegeben.

Hagel hatte die Untersuchungen nach einer Reihe ernster Zwischenfälle veranlasst. Im März trat nach gefälschten Tests der Leiter der Nuklearstreitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt Malmstrom im Bundesstaat Montana zurück.

Neun Offiziere wurden versetzt. Insgesamt waren in den Skandal 91 für das Abfeuern von Nuklearraketen verantwortliche Offiziere verwickelt.

In Montana lagert rund ein Drittel der knapp 450 amerikanischen ballistischen Interkontinentalraketen.

Mehrere führende Militärs gefeuert

Am Luftwaffenstützpunkt Minot wurden 19 Mitglieder einer Nuklearraketen-Mannschaft nach einer armseligen Vorstellung bei einer Übung ihrer Posten enthoben. Vergangenes Jahr wurde der für Interkontinentalraketen verantwortliche General wegen Fehlverhaltens entlassen. Einige Tage zuvor musste der stellvertretende Kommandant des für die Atomstreitkräfte zuständigen Strategischen Kommandos seinen Posten räumen.

Die Nuklearstreitkräfte waren während des Kalten Krieges ein zentrales Element der Abschreckung. Die Möglichkeit der totalen gegenseitigen Vernichtung des Ostblocks um die Sowjetunion und der westlichen Verbündeten durch die Atomwaffenarsenale sollten einen Kriegsausbruch verhindern. Seit dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten ist die militärische Bedeutung der Nuklearstreitkräfte deutlich gesunken.

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