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Martin Johnsrud Sundby, der dominierende Langläufer der letzten Jahre, kann nicht Weltmeister in einem Einzelrennen werden. Im Skiathlon über 30 km in Lahti findet er in Sergej Ustjugow den Bezwinger.

Der WM-Fluch hält an. Sundby schlug sich diesmal allerdings selber. Als er im Schlussanstieg den entscheidenden Angriff lancierte, stiess er mit dem linken Stock ins Leere und stolperte. Somit hatte der Tour-de-Ski-Sieger aus Russland, der sich zusammen mit dem Norweger nach 20 km abgesetzt hatte, leichtes Spiel. Dritter wurde Finn Haagen Krogh.

Sundby befand sich vor dem Rennen wegen seiner Lücke im Palmarès und während des Rennens wegen Ustjugows Hartnäckigkeit unter Druck. Wollte der Norweger nicht eine weitere Enttäuschung erleben, musste er den Russen vor der Einfahrt ins Stadion distanzieren - Ustjugow hatte seine Endschnelligkeit bereits mit Silber im Sprint einmal mehr unter Bewies gestellt.

Für ein paar Sekunden sah es für Sundby gar nicht schlecht aus. Er schien ein, zwei Meter wegzukommen und sprang förmlich den Berg hoch. Doch total übersäuert stimmte die Koordination nicht mehr. Mit dem linken Stock stiess er ein Luftloch und lag mit gebrochenem Stock im Schnee. Somit war der Showdown bereits vor der Abfahrt ins Stadion entschieden - aber anders, als sich dies Sundby ausgemalt hatte. Zuvor hatten die beiden gut zusammengearbeitet, um die Verfolger ab km 20 zu distanzieren.

Der erst 24-jährige Ustjugow, bis im letzten Jahr von Reto Burgermeister geformt, ist der Aufsteiger der Saison. Er gab Sundby und Dario Cologna bereits in der Tour de Ski das Nachsehen. Und nun könnte er der Mann der Titelkämpfe werden. Nach Silber im Sprint war er ebenso enttäuscht wie nun Sundby. Jetzt scheint das Pendel auf seine Seite auszuschlagen.

Da der Titelverteidiger Maxim Wylegschanin (gesperrt), Dario Cologna (verletzt) und Petter Northug (Verzicht) fehlten, war schon von Beginn an klar, dass es einen neuen Weltmeister geben würde. Der Skiathlon steht in der heutigen Form seit 2005 im WM Programm.

Der Schweizer Jonas Baumann überzeugte mit einem 13. Rang. Der Bündner, stark in der klassischen Technik, hielt in der ersten Hälfte mit. Danach kam ihm zupass, dass nach der Flucht von Sundby und Northug im Feld der Verfolger das Tempo nachliess. Vor dem Rennen hätte Baumann für einen 13. Rang wohl unterschrieben. Jason Rüesch wurde 25.

SDA-ATS

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