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Ventura nicht mehr italienischer Nationaltrainer

Italiens Nationaltrainer Giampiero Ventura wird zwei Tage nach der verpassten WM-Qualifikation wie erwartet abgesetzt. Der Vertrag des 69-Jährigen wäre noch bis 2020 gültig gewesen.

Der italienische Verband teilte am Mittwoch mit, dass Ventura nicht mehr Nationaltrainer ist. Ventura hatte nach der Europameisterschaft 2016 die Nachfolge von Antonio Conte, dem aktuellen Coach von Chelsea, angetreten. Weil er während seiner Karriere nie einen Topklub trainiert hatte, war bereits seine Nomination zum Teil skeptisch aufgenommen worden.

Nach der Schmach vom Montag, als Italien durch das 0:0 in Mailand gegen Schweden die Qualifikation für die Weltmeisterschaft erstmals seit 60 Jahren verpasst hatte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Ventura seinen Hut nehmen musste. Als Nachfolger werden unter anderen Vorgänger Conte und der als Coach von Bayern München entlassene Carlo Ancelotti gehandelt. Die Bilanz von Ventura ist oberflächlich betrachtet keineswegs schlecht: Er führte Italien in 17 Spielen zu 10 Siegen und vier Unentschieden. "Meine Bilanz ist eine der besten der letzten 40 Jahre", meinte der abgesetzte "commissario tecnico" am Dienstag.

Ventura hatte im Sommer 2016 zunächst einen Zweijahresvertrag unterschrieben, der im letzten August um zwei Jahre verlängert wurde. Der Verband begründete die vorzeitige Verlängerung mit der guten Entwicklung der Mannschaft. Danach verlor Italien in der WM-Qualifikation in Spanien mit 0:3 und verpasste schliesslich den direkten Vorstoss in die Endrunde. In den WM-Playoffs unterlag Italien in Schweden mit 0:1 und konnte das Handicap im Rückspiel nicht mehr wettmachen. Dem Scheitern folgten die Rücktritt von Goalie Gianluigi Buffon, Daniele De Rossi und Andrea Barzagli.

Verbandspräsident bleibt vorerst

Dass der vierfache Weltmeister im kommenden Sommer in Russland erstmals seit 1958 nicht bei einer WM dabei ist, wird nicht zuletzt Ventura angekreidet. Der Genueser hinterliess vorab in den letzten Wochen keinen souveränen Eindruck und verwirrte die Beobachter mit diskutablen personellen und taktischen Entscheiden. Ebenfalls ins Kreuzfeuer der Kritik geriet Verbandspräsident Carlo Tavecchio, der Ventura als Koryphäe angekündigt hatte. Ventura gewann auf Klubebene nie einen bedeutenden Titel, leistete zwischen 2011 und 2016 aber gute Arbeit bei Torino, dem Klub, den er von der Serie B ins Mittelfeld der höchsten Liga führte.

Tavecchio weigerte sich zurückzutreten - sehr zum Ärger von Damiano Tommasi, dem Präsidenten der Spielvereinigung. Dieser verliess am Mittwoch das Verbandstreffen, das zur Aufarbeitung des Debakels diente, vorzeitig und meinte: "Die Probleme des italienischen Fussballs können nicht nur mit der Entlassung des Nationaltrainers gelöst werden." Ansonsten werde man die gleichen Fehler einfach wiederholen.

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