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Als bereits achte Spielerin aus den Top Ten scheidet Venus Williams in Wimbledon aus. Die fünffache Siegerin verliert einen Marathon gegen Kiki Bertens.

Auch mit 38 Jahren schmerzt Venus Williams eine Niederlage in der 3. Runde von Wimbledon. Viel einsilbiger könnten ihre Antworten nach der Niederlage in einem fast zweidreiviertelstündigen Marathon gegen Kiki Bertens an die Journalisten kaum ausfallen. Haben Sie schon darüber nachgedacht, wie es weitergeht? "Nein." Welche Rolle spielte das Glück? "Darüber denke ich nicht nach." Glauben Sie, dass Sie nächstes Jahr nochmals hier sind? "Ja." Die Leidenschaft für den Wettkampf ist noch da? "Ja."

Die fünffache Wimbledonsiegerin ist keineswegs alleine mit ihrer Enttäuschung. Viel mehr setzte sie einen verblüffenden Trend fort. Nach fünf Tagen sind von den ersten zehn der Setzliste noch genau zwei übrig: Die Weltnummer 1 Simona Halep und die Nummer 7 Karolina Pliskova, die gegen die Rumänin Mihaela Buzarnescu allerdings ebenfalls kurz vor dem Aus stand. Im März in Miami hatte Williams noch drei Matchbälle abgewehrt, diesmal besiegelte ein Fehler beim dritten die 2:6, 7:6, 6:8-Niederlage.

Etwas gesprächiger war die Amerikanerin lediglich, wenn sie auf ihre eineinhalb Jahre jüngere Schwester zu reden kam. Wie weit kann Serena kommen? "Hoffentlich weit. Runde für Runde. Das wäre fantastisch. Sie spielte heute einen grossartigen Match." Gesehen hatte sie das nicht, denn die Schwester spielte praktisch gleichzeitig. Und es war auch ein wenig übertrieben.

Serena Williams zeichnet sich aber immer mehr als Topfavoritin auf den Titel ab. Die 23-fache Grand-Slam-Siegerin ist nach ihrer Babypause zwar nur noch die Nummer 181 des WTA-Rankings, wurde jedoch angesichts ihrer Erfolge als Nummer 25 gesetzt. Sie bestand den ersten richtigen Test gegen die Französin Kristina Mladenovic mit etwas Mühe und gewann nach anfänglichem Rückstand 7:5, 7:6 (7:2). Im Achtelfinal trifft die 36-jährige Amerikanerin auf die russische Qualifikantin Jewgenia Rodina.

Diese Partie wird speziell sein, denn auch Rodina, die Nummer 120 der WTA-Rangliste, hat mit ihrem Coach und Ehemann eine Tochter. Von ihrem Feuer hat Serena Williams auch durch die Mutterschaft kaum etwas eingebüsst. Sie sagt sogar fast drohend: "Wenn überhaupt, ist mein Ehrgeiz eher noch grösser geworden." Im gleichen Atemzug betont sie aber auch: "Ich habe nichts mehr zu verlieren, muss nichts mehr beweisen." Das tönt für die Gegnerinnen gefährlich. Die einzige Mutter, die in der Profiära seit 1969 in Wimbledon im Einzel gewann, war übrigens die Australierin Evonne Goolagong-Cawley im Jahr 1980.

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SDA-ATS