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[Gestellte Aufnahme] - Ein Kind wird zu Hause vom seinem Vater geohrfeigt. Die Gruppe "Keine Gewalt gegen Kinder" will ein absolutes Verbot von Körperstrafen und psychischer Gewalt an Kindern erwirken. (Archivbild)

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

(sda-ats)

Die Gruppe "Keine Gewalt gegen Kinder" fordert anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte vom Montag ein gesetzliches Verbot von Körperstrafen und psychischer Gewalt gegen Kinder. Die Gruppe gründet dazu einen Verein, der eine Petition lanciert.

Konkret gefordert wird das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Ein ausdrückliches Verbot von Körperstrafen und psychische Gewalt an Kindern soll im Zivilgesetzbuch verankert werden, wie die Gruppe am Montag mitteilte.

Darüber hinaus werden Begleitmassnahmen gefordert, um der gesellschaftlichen Akzeptanz von Körperstrafen an Kindern entgegenzuwirken. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Rechte der Kinder sowie Beratung für gewalttätige Eltern.

"Wir wollen, dass Kinder ohne Gewalt, in Sicherheit, mit Respekt und Toleranz aufwachsen", wird der ehemalige Leitende Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich und Mitbegründer der Gruppe "Keine Gewalt gegen Kinder", Andreas Brunner, in der Mitteilung zitiert. Er gehört zusammen mit dem Heilpädagogen und Psychologen Franz Ziegler sowie der freien Journalistin Barbara Heuberger zu den Initianten.

Die Schweiz müsse auch die UNO-Konvention über die Rechte des Kindes endlich umsetzen, fordert die Gruppe. Doch Bundesrat und Parlament weigerten sich bis heute, Gewalt an Kindern explizit als unzulässig zu erklären und ein entsprechendes Gesetz zu erlassen. Mehrere parlamentarische Vorstösse aus dem Nationalrat seien gescheitert.

Gewalt gegen Kinder ist verbreitet

Aktuelle Zahlen über die körperliche Bestrafung von Kindern gibt es kaum. Gemäss einer im Oktober veröffentlichten Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) erlebt ein Fünftel der Jugendlichen in der Schweiz zu Hause schwere Gewalt.

Die Gruppe verweist auf eine Studie der Universität Freiburg im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen, die zwischen 1990 und 2004 durchgeführt wurde.

Demnach haben über 35 Prozent der Eltern von bis 16-Jährigen Kindern im Verlaufe der letzten vier Wochen ihre Kinder geschlagen. Gemäss Hochrechnungen werden über 1700 Kinder, die jünger als zweieinhalb Jahre sind, zumindest manchmal mit Gegenständen geschlagen. Über 35'000 Kinder unter zweieinhalb Jahren erhalten Schläge auf den Hintern und über 13'000 Kinder werden geohrfeigt.

Rund 27'000 der zweieinhalb bis vierjährigen Kinder, rund 38'000 der vier- bis siebenjährigen Kinder, rund 34'000 der sieben bis zwölfjährigen Kinder sowie rund 37'500 der zwölf- bis 16-Jährigen werden manchmal bis sehr häufig auf den Hintern geschlagen. Die Gesamtzahl von rund 170'000 betroffenen Kindern sei besorgniserregend, heisst es.

Hinter den Forderungen der Gruppe "Keine Gewalt gegen Kinder" stehen unter anderen auch der Sozialpädagoge Sergio Devecchi, Autor des Buches "Vom Heimbub zum Heimleiter", die Zürcher SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr, die St. Galler alt Regierungsrätin Kathrin Hilber (SP) und Jean Zermatten, Jurist und ehemaliger Präsident des UNO-Kinderrechtsausschusses.

www.keine-gewalt-gegen-kinder.ch

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SDA-ATS