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Vermeintliche Apokalypse: Römer in Erdbeben-Angst

Erdbeben sind in Rom zwar höchstunwahrscheinlich - dennoch fürchten viele abergläubische Römer einen Erdstoss an diesem Mittwoch. Grund für die Aufregung: In den 70er Jahren soll der autodidaktische Forscher Raffaele Bendandi für diesen 11. Mai ein Beben in Rom vorausgesagt haben.

Auch nach der Entwarnung von Experten mag die Angst nicht weichen. Die Furcht hat bizarre Züge: Geschäfte sollen geschlossen bleiben, Eltern wollen Kinder nicht in die Schule schicken und so manch einer will die Stadt ganz verlassen.

Die Seismologen des Geophysikalischen Instituts in Rom beruhigen: Es gebe absolut keinen Grund zur Panik. Das Institut veranstaltet am Mittwoch sogar einen Tag der offenen Tür: Die Wissenschaftler wollen den Besuchern mit Videos und Vorträgen klar machen, dass eine Vorhersage von Erdbeben praktisch unmöglich ist, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Dienstag.

"Rom und die Region Latium liegen in einem tektonisch eher ungefährlichen Gebiet", sagt der Seismologe Alessandro Amato. Im Gegensatz zu den angrenzenden Abruzzen oder Umbrien sei ein Erdbeben in Rom sehr unwahrscheinlich.

Zuletzt bebte die Erde in Rom Medienangaben zufolge vor zwei Jahren: Am 12. Mai 2009 gab es eine kleine Erschütterung in der Nähe des Vatikans, der Wert auf der Richterskala: 2,1.

Doch Fakten hin oder her: Unbehagen bleibt. "Ich muss am Mittwoch auf jeden Fall zur Uni", sagt die Studentin Emma Alibrandi. "Aber ich überlege schon die ganze Zeit, wie ich es verhindern kann, die Metro zu nehmen. Viele meiner Freundinnen wollen Rom sogar ganz verlassen, Richtung Mailand oder Florenz."

Während die Facebook-Gruppe "Erdbeben in Rom, vielleicht" am Dienstag fast 900 Freunde zählte, kündigten Einzelhändler an, ihre Geschäfte am Mittwoch nicht zu öffnen. Zu viele Hausfrauen hätten ihnen gesagt, sie würden an dem Tag ganz sicher keine Einkäufe erledigen.

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